Servus, nachdem ich inzwischen fast zwei Monate unterwegs bin ist es vielleicht Zeit für eine kleine Meldung auf diesem Weg. In meiner Prioritätenliste stand das Thema Internet bisher (bleibt auch so) nicht besonders hoch, desshalb ergibt sich erst jetzt die Möglichkeit ein wenig online zu stellen. Im Folgenden eine kleine Zusammenstellung von Bildern und ein paar Worte, viel Spass damit.
(12.7.) 004.Traumstart. Nordostbretagne. Ich bin zwar erst vier Tage unterwegs, einen kleinen Zwischenbericht kann man ja trotzdem mal geben zumal ich meine erste Zwischenstation am morgigen Tage wieder verlassen werde. Aktuell gastiere ich am Cap Fréhel beim Simon der es sich hier an einem wunderschönen Stück Erde gemütlich gemacht hat.
Im ersten Anlauf ging es zunächst in gemütlicher Fahrweise bis abends um 22 Uhr nach […], ein überschaulicher Ort südlich von Le Havre, in dem trotz seiner Größe unfassbar viel los war weshalb ich mich zum Schlafen etwas ins Landesinnere entlang des dort mündenden Flusses begab, umgeben von mäßig schönen Plattenbauten die nur unwesentlich ein gutes Gefühl beim Schlafen aufkommen ließen. Kleines Highlight auf der ersten Strecke war ein offensichtlich sehr lebensfroher Holländer der breit grinsend in einem alten Volvo an mir vorbeizog. Auf dem Beifahrersitz einen Schlafsack, im Kofferraum ein bestens gedeihendes Hanfflänzchen…
Am nächsten Tag ging es dann in der zweiten Etappe an’s Cap Fréhel wo ich nun seit 2 Tagen auf einem beschaulichen Campingplatz mit Simon und Anderen wohne. Traumhaft schöne Steilküste von gelegentlichen Sandstränden unterbrochen schließen sich ausgedehnte Heidelandschaften, Felder und kleine Orte und an der einen oder anderen Stelle ein altes Schloss oder ein Gutshof an. Traumhaft! Einziges kleines Manko ist die Tatsache dass es sich hier aktuell nicht surfen lässt was sich dann vermutlich demnächst ergeben wird wenn ich mich weiter gen Westen wende.
Was ein wenig merkwürdig anmutet ist in dieser Region die Tatsache, dass sich die Einwohnerzahl offensichtlich auf ein Minimum beschränkt. Die deutlich Mehrzahl an Häusern sind Ferienwohnungen und von den restlichen steht die Hälfte zum Verkauf, da darf man sich die Frage stellen wie das Leben hier im Winter aussehen wird, vermutlich ist es nicht existent…
(14.7.) 006.Regnerisch schön. Gerade noch Glück gehabt. Nach einem ausgedehnten Spaziergang entlang der bretonischen Westküste bin ich gerade eben wieder am Auto angekommen als es langsam aber beständig anfängt zu nieseln.
Nach meiner gestrigen Abreise vom Cap Fréhel bin ich meiner Nase folgend den Routes Nationales (Autobahnen findet man hier oben nicht mehr) in Richtung Südwesten gefahren. Grobes Ziel war die Halbinsel südlich der „Rade de Brest“ was sich auf meiner eher groben Übersichtskarte als eine Halbinsel mit Steilküste und einigen Strandabschnitten darlegte, was sich nun zu meiner Freude als ebendiese herausgestellt hat. Nach dem durchfahren des Ortes „Crozon“ und des kleinen Hafenortes „Morgat“ hat man immer mehr das Gefühl dass jetzt eigentlich nicht mehr kommen kann. Tat es dann auch im Wesentlichen nicht, letzte Zivilisationsandeutung ist das Fleckchen „Kerdreux“ wo sich 20-30 alte bretonische Bauernhäuser mit ihren blauen Fenstern und Schlägen in die Landschaft eingliedern. Ein kleiner „Parkplatz“, mehr Wiese, erweist sich für mich als optimale Schlafgelegenheit, in den Ort selber darf (und kann) man aufgrund der engen Gässchen sowieso mit dem Auto nicht.
Zehn Minuten Fußweg durch die Heide lassen einen dann den Blick über eine lang gezogene Sandstrandbucht schweifen in der es dank seiner westwärts gerichteten Lage auch optimale Wellen gibt.
Die habe ich am heutigen Tage angetestet, wunderbar wieder auf dem Wasser zu sein auch wenn die an einer Hand abzulesende Ausbeute nach 2 Stunden Paddelei darauf hindeuten dass ich a) deutlichst aus der Übung bin und b) ich dringend etwas für meine Grundfitness tuen muss… trotzdem, Spaß gemacht hat es in jedem Fall! Nach einer kleinen Autofahrt (10 Minuten) in den nächsten Ort stehe ich nun auch direkt mit Blick auf’s Meer in Surfbereitschaft. Mit Blick auf den Tagesverlauf muss man dem Küstenabschnitt zwar attestieren das er gut besucht ist, zur Hauptsurfzeit tummeln sich an die 50 Surfer im Wasser, aber das ändert natürlich wenig an seiner Schönheit. Mal sehen was die nächsten Tage noch mit sich bringen!
(15.07.2015) Regen, Wolken, Nebel. Sichtweite etwa 50 Meter. Nach einem kurzen Blick aus dem Fenster auf’s Meer steht der Entschluss dass surftechnisch heute wohl weniger gehen wird. Braun wird man wohl mit Blick auf die nicht anwesende Sonne auch eher weniger, weshalb ich kurzerhand den Wagen startklar mache und mich wieder auf die Piste begebe. Vielleicht ist es ein paar Kilometer Luftlinie weiter südlich ja angenehmer.
Ziel ist ein kleiner Hafen Namens […] wo eine befreundete Familie ihren Sommerurlaub verbringt. Am Hafen angekommen muss ich leider feststellen dass die Schlechtwetterfront offensichtlich nicht geografisch beschränkt ist, die französische Wettervorhersage bescheinigt aber eine deutliche Verbesserung im Verlaufe des Tages und setzt darüber hinaus auf tolle Sommertage im Rest der Woche. Hinter der Tagesprognose kann ich nun am späten Abend schon einmal einen dicken Hacken machen. Nachmittags ist die Wolkendecke zunehmend aufgerissen sodass ich den Tag am kleinen aber feinen Strand genießen konnte und Abends im nahegelegenen Restaurant in toller Gesellschaft mit Blick auf das Meer speisen konnte. Perfekt und Danke!
Zeit schlafen zu gehen. Mal wieder an einem perfekten Standort. Eine winzige malerische Bucht, links und rechts gesäumt von Bäumen und einigen wenigen Häusern. Mein Auto und ich stehen 30 Meter vom Strand entfernt. Sollte der Wetterbericht Recht behalten werde ich hier wohl den morgigen Tag am Strand verbringen um mich dann in nicht allzu ferner Zukunft in Richtung Südfrankreich aufzumachen.
(24.07.2015) Kulturwechsel. Gefühlt. Die Idee sich in südlichere Gefilde aufzumachen erweist sich zunächst einmal als durchschnittliche Idee. Das Wetter wird nur sehr bedingt besser, dafür vor allem die landschaftlichen Gegebenheiten immer schlechter. Was in der Bretagne zwar nach Tourismus roch war dort doch immerhin in ein stimmiges Gesamtpaket verpackt sodass man selten das Gefühl hatte dass sich einheimisches und saisonales Touristenpack abstoßen.
Am Startpunkt des südwestfranzösischen Atlantikabschnittes in dem sich rein optisch im gesamten Verlauf der Küste nur noch wenig tut, nämlich Strand, Düne und dahinter weite Pinienwälder erschlägt mich vor allem eins: Campingplätze und monotone Reihenhaussiedlungen. Kein Strandabschnitt scheint unberührt und wild Campen erweist sich faktisch als ein Ding der Unmöglichkeit will man in Küstennähe bleiben.
Dementsprechend muss ich mich nach einer Nacht auf einem unseriös wirkenden Parkplatz umorientieren. Die Ankunft von Britta und Sanya erleichtert mir die Standortfindung, ausnahmsweise stelle ich mich dann doch ein paar Tage auf einen Campingplatz um dort ein wenig dem Strandurlaub zu fröhnen. Eine Woche bin ich aktuell auf besagtem Platz, lasse mir die Sonne, so sie denn mal anwesend ist, auf den Pelz brennen und bin an er einen oder anderen Stelle auch mal auf dem Wasser. Nicht sehr erfolgreich bisher aber was solls. Nebenbei beobachte ich besagte zwei Damen auf ihrem Weg eine professionelle Surfkarriere hinzulegen…
(03.08.2015) Die Zeit vergeht. Mal schneller mal langsamer. Inzwischen haben wir Anfang August, heute bin ich in Dax um Niklas abzuholen der mich in den kommenden Wochen, hoffentlich sogar Monaten begleiten wird. In den letzten zwei Wochen war es wettertechnisch zwar eine durchwachsene Zeit, dafür passte sonst so ziemlich alles. Die Woche mit Sanya und Britta darf ich an dieser Stelle in der Kategorie „Gerne immer wieder“ ablegen, eine super tolle Zeit mit euch beiden und ebenfalls mit Jenni und Jan die wir dort kennen gelernt haben und in deren Begleitung ich auch in der letzten Woche teilweise noch war. Nebenbei bin ich ein wenig durch die Gegend getingelt, habe mich tagsüber an verschiedenen Strandstandorten in der Region im Surfen oder Entspannen versucht um mich nachts dann vermehrt mit der „Police Municipale“ rumzuschlagen die sich offensichtlich nicht zu schade sind an den hinterletzten Parkplätzen Wildcamper Nachts um 1 Uhr aus dem Schlaf zu reißen. Schikane? Einzig in Messanges hatte ich offiziell 48 Ruhe dadurch dass die Kommune dort einen kostenlosen Parkplatz für Camper anbietet den man 48Stunden pro 7 Tage nutzen darf, vorbildlich!
Sonstige Highlights? Auf dem Wasser war zuletzt ab und an was los, meine Erfolge lassen sich zwar noch etwas spartanisch an, doch die eine oder andere Welle habe ich dann doch schon erwischt. Einen Tag wusste ich mich dabei auch noch in Gesellschaft der Familie Winfurt (bzw. Teilen) die sich auf dem Rückweg nach Deutschland befanden und mich auf diesem Wege mit ihrer Anwesenheit erfreuten und mich darüber hinaus noch mit wichtigen Informationen Portugal betreffend versorgten was meine Vorfreude auf Spaniens Nachbarn noch einmal erhöht. Aber bis dahin ist es vorerst noch ein langer Weg.
Natur, man sollte ja meinen dass man besonders beim campen mit diesem Thema des öfteren konfrontiert wird. Durchaus, das bisher schönste Naturereignis spielte sich gestern allerdings ironischerweise im touristischsten und damit naturfremdesten Ort ab an dem ich mich bisher für mehr als 24 Stunden niedergelassen habe. Um kurz vor 22Uhr, die Sonne bewegt sich langsam aber sicher dem an diesem Abend spiegelglatten Meer entgegen, der Himmel färbt sich erstaunlich rot als eine Delphinschule für viele entzückte Gesichter am Strand sorgt. Die etwa 10 Tiere, unter ihnen offensichtlich Jung- wie Alttiere, bewegen sich knapp 100 Meter von der Wasserkante entfernt gemütlich wie elegant in Richtung Süden. Die Tatsache dass sie dabei nicht nur ihre Finnen präsentieren, sondern sich einige Mal komplett aus dem Wasser katapultieren macht aus diesem Schauspiel etwas ganz besonderes.
(10.08.2015) Viva Espana!! In Spanien ist das Leben einfach schöner, entspannter und einfach nur geil!
Nach einer etwas verspäteten Anreise meines Bruders (0:20 anstatt 21:50) haben wir uns, für mich als Frankreichabschluss, drei Tage Labenne gegönnt. Neben durchwachsenem Wetter gab es vor allem eins: fetten Swell! So groß, dass wir von außerhalb die 4-5 Meterbrecher betrachtet haben, vor allem am zweiten Tag als sich einige gute Surfer aufs Wasser wagten war einiges an Show geboten! In Anbetracht der schlechten nächtlichen Situation haben wir uns dann entschieden in Richtung Nordspanien aufzubrechen was sich als absolut gute Entscheidung herausstellen sollte!
Nach einem ersten vormittäglichen Stop (Zwischenhalte bspw. In Biarritz ausgeklammert) in […] bei dem Niklas einige tolle Wellen abreiten konnte (ich war seit einigen Tagen mal mehr mal weniger krank weshalb ich wenig bis gar nicht auf dem Wasser war). Wurzeln schlagen taten wir dann beim vom Stormreider empfohlenen Spot „Laga“, nahe der berüchtigten Mundaka-Welle. In einem von Steilklippen umgebenen Tal, komplett im Wald gelegenen Strand mit kleinem Parkplatz und einem dem Restaurante „…“ konnte man von Beginn an eine ganz besondere Stimmung beobachten. Entspannte Einheimische, eine Gruppe anderer Wildcamper, Surfer aller Art.
Am Ende sollten wir uns dort vier tolle Tage aufhalten. Tolle Menschen aus verschiedensten Teilen Europas durften wir dort kennenlernen. Gemeinsame Surfsessions, Slagline, 8-Stunden-Bar-Tage, Boule und vor allem entspannte gemeinsame Sitins. Mein persönliches Highlight auf dem Wasser (zumal ich mich diesem Element überwiegend fern gehalten habe) war eine nachmittägliche Einheit am nahegelegenen Spot „Laida“ mit zwei Locals die mit ihrer Spotauswahl einen sehr guten Riecher bewiesen!
Einziges Haar in der Suppe war zu unserer aller Überraschung die Herrschaften von der Polizei die im Sommermonat August offensichtlich am Wochenende ein Auge auf das offiziell illegale Wildcampen (auch schlafen im Wagen) hat. Vom Parkplatz am Strand wurden wir um 3:30Uhr morgens dazu aufgefordert 50 Meter weiter auf einen Parkplatz oberhalb der Straße zu wechseln. Sinn?! In der zweiten Nacht waren wir dann schlauer und stellten uns direkt nach oben. Von einer einheimischen Baskin erfuhren wir am Tag unserer Abreise, dass der Grund für diesen scheinbar sinnlosen Aktionismus darin begründet liegt, dass die bösen Wildcamper zur nächtlichen Zeit wenn man die Sanitäranlangen der Bar nicht mehr nutzen kann, angeblich die Dünen als Toilette nutzen würden. Naja…
(11.08.2015) Ajo & Somo. Getrennt nur durch 10km Luftlinie, aber in ihrer Optik komplett verschieden. Nachdem wir gestern in Ajo knapp 15Meter vom Wasser entfernt mit zwei der Personen die wir in Laga kennen gelernt haben (Dennis & Mareike) standen, sind wir heute nach Somo umgezogen wo sich die zu bewältigende Strecke immerhin auf 150 Meter erhöht hat. Ajo präsentiert sich im Ort zwar als touristisch, direkt an der Küste merkt man davon dann allerdings von einem Neubaugebiet und dem Üblichen Auflauf am Strand abgesehen wenig. Von unserem Platz hatten wir eine hervorragende Sicht über eine der zwei Buchten die sich in die beeindruckende Steilküste eingliedern die ihre Fortsetzung in einem hügeligem Hinterland findet wo sich Waldstücke mit grünen Wiesen abwechseln.
In Somo hingegen steht der Tourismus deutlich im Vordergrund, der kilometerlange Strand im Osten Santanders (keine Verbindung nach Santander) ist selbst bei mäßigem Wetter sehr voll und auf dem Wasser tummelten sich zu mindestens in unserer Anwesenheit trotz durchschnittlichen Wellen hunderte von Surfern.
(13.08.2015) Stürmisch! Wir sind weitergezogen, etwa 70km weiter in Richtung Westen. Auf der Suche nach einem Ort an dem man zum einen möglichst wenig für einen Platz bezahlt, d.h. Campingplätze schon mal nicht, und wo man zum anderen sein Zelt ein paar Tage aufstellen kann. Wir haben ihn gefunden! Auf einer Wiese oberhalb eines weitläufigen Strandes und den dahinter folgenden Steilklippen gibt es Platz für jedermann, Kostenpunkt 7€/Nacht. Außerdem versorgt einen der örtliche Becker zur Frühstückszeit mit Baguette, Pain u.ä.. Perfekt!! Nachdem wir gestern angekommen sind waren wir gestern zweimal und heute Morgen einmal auf dem Wasser. Ich bin inzwischen dankenswerter Weise wieder gesund sodass ich mich auch wieder in die Wellen stürzen kann. Perfekte Wellen!! Perfekter Spot! Und das Beste? Fast niemand außer uns auf dem Wasser!
Gegen Mittag war es dann mit der surftechnischen Herrlichkeit zu Ende. Nach der Ruhe vor dem Sturm setzt der uns seitdem zu. Windstärken deutlich über dem normalen Durchschnitt lassen alles, was nicht Niet und Nagelfest ist wegfliegen. Der Wind peitscht das Wasser mit unfassbarer Wucht gegen die Küste, ein tolles Schauspiel!
(15.08.2015) Überfüllt! Wir sind nach wie vor mit Mareike und Dennis unterwegs, ortstechnisch haben wir uns dem Sturm geschuldet 500 Meter weiter in die nächste Bucht bewegt wo es relativ windstill ist und durch die differente Ausrichtung der Bucht schöne Wellen einrollen. Nachteil der ganzen Geschichte ist sicherlich dass sich der Spot wesentlich besser besucht präsentiert als unsere letzten Plätze (im Vergleich zu Frankreich ist hier trotzdem noch tote Hose), was solange kein großes Problem ist wenn sich auf dem Wasser keine Totalamateure aufhalten was aber nie auszuschließen ist. Niklas Board ist jedenfalls am gestrigen Tag zwar keinem Amateur zum Opfer gefallen aber doch der Unvorsichtigkeit eines Longboarders der der Meinung war dass er sein Board nicht festzuhalten hat. Positiv zu vermerken bleibt dass „nur“ das 500€ Board von Niklas ein dickes Loch hat, er nichts abbekam. Trotzdem mehr als ärgerlich! Die Reparaturmaßnahmen laufen bis dato.
Weiteres ist in Arbeit 😉 … bis demnächst.












































































































































































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