Logbucheintrag 109-122

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Hallo Allerseits, Peniche liegt hinter mir, aktuell bin ich an der Algarve… was inzwischen alles passiert ist erfahrt ihr im folgenden. Viel Spass wie immer mit den Berichten und Bildern…

 

109 (25.10.2015) Ende der Sommerzeit. Hat mir mein Handy eben mitgeteilt. Aber ganz ehrlich, juckt mich nicht die Bohne. Eine Stunde hier oder eine Stunde da… ich bin froh das ich mit dem ganzen Klamüser aktuell nichts am Hut habe. Zumal sich das Ende des Sommers hier zwar inzwischen doch auch merklich ankündigt, ich im Vergleich mit Deutschland aber immer noch im allerschönsten Früh-/Spätsommer unterwegs bin da sich die Temperaturskala beständig weigert für längere Zeit unter die 20 Grad Marke zu wandern und man sich bei Sonnenschein nach wie vor sehr entspannt in Boardshorts an den Strand legen kann. Allerdings regnet es inzwischen doch dtl. häufiger als noch vor zwei Wochen was ein längerfristiges Verweilen hier in Peniche meinerseits immer unwarscheinlicher macht.

Momentan läuft allerdings noch die WSL (World Surf League / Pro Portugal) wo ich mir bisher am ersten Tag die ersten sechs Heads angeschaut habe. Eine tolle Show und dann doch nochmal etwas komplett anderes wenn man Profisurfern bei ihrem Job zuschaut. Mal davon abgesehen dass das ganze Event was dahintersteht auch einen Blick wert ist. Will heißen dass ich noch bis zum Ende der Show (voraussichtl. 31.10.) hier verweilen werde, mir vor allem die Finals anschauen werde und mich ansonsten mit der Verbesserung meiner eigenen Surffähigkeiten beschäftigen werde was ich in letzter Zeit stark vernachlässigt habe. Grund dafür war zunächst die angesprochene Reparatur meines Boardes die sich leider etwas länger hingezogen hat da das Wetter zu schlecht war und danach die Abwesenheit von surfbaren Wellen. Unterm Strich war ich dadurch ganze 10 Tage nicht auf’m Wasser. Rekordverdächtig. Muss sich aber nicht unbedingt wiederholen.

 

116 (01.11.2015) Adieu Peniche. Es ist unfassbar wie lange ich inzwischen hier festhänge. Da fragt man sich glatt wieso. Wieso ausgerechnet Peniche. Besonders schön ist der Ort nicht, zu mindestens nicht aus der Sicht vom gemeinen Touri der nur zum Konsumieren herkommt. Wenn man sich aber mal abseits von den üblichen Strömen mit der Region beschäftigt findet man, finde ich zu mindestens, viele kleine besondere Dinge, Orte und Menschen die diesen Ort doch auch zu etwas schönem machen. Deshalb, auch wenn es inzwischen einige Wochen sind die ich hier in der Region verbracht habe, es hat sich irgendwo gelohnt. Mal ganz davon abgesehen dass sich hier fantastische Wellen reiten lassen! Leider oftmals überfüllt auf dem Wasser weshalb ich dann doch froh und gespannt bin wie es weiter im Süden Richtung Algarve aussieht wo es mich in den nächsten Tagen hinziehen wird.

Die WSL, vorwiegender Grund meines längeren Aufenthaltes ist inzwischen zu Ende gegangen. Die Wellen waren irgendwie nur am ersten Tag gut, alles was danach kam war eher unterer Durchschnitt. Umso beeindruckender waren daher die Leistungen der Profis auf dem Wasser die einiges an Show geboten haben. Toll dabei gewesen zu sein!!

 

117 (02.11.2015) Wird’s wärmer? Nein, nicht wirklich. Nachdem ich mich heute Morgen dann doch irgendwann gegen 10Uhr vom verregneten Peniche losgeeist hatte ging es zunächst mit dem Plan einen Tag bei Ericeira zu verbringen in bekannte Gefilde die sich allerdings als wenig gastfreundschaftlich erwiesen. Regen, Regen, Wind, keine Wellen. Was soll man dann da? Also weiter gen Süden, Lissabon hinter mir gelassen und damit das erste Mal seit Wochen in einer Gegend die ich noch nicht kenne. Wunderbar! Erstes Ziel soll ein Platz im Nirgendwo sein wo mein Schwesterchen vor zwei Jahren eine gemütliche Woche mit Jonas verbrachte. Nach viel Herumgurkerei hatte ich am späten Nachmittag das schöne Fleckchen Erde gefunden, leider kein Platz oder Ort für Wildcamper die möglichst am Wasser stehen wollen desshalb gings wieder auf die Piste. Leider gen Norden da ein Blick auf meine Karte dort schöne Gegebenheiten vermuten ließ was sich bei genauerer Betrachtung allerdings dann leider als Reinfall erwieß. Wie nörlich von Peniche bei der Wundertüte haben auch hier offensichtlich größenwahnsinnige Investmentfirmen riesen Landstriche in Baustellen verwandelt um den schönen und reichen Golfliebhabern eine adäquate Urlaubsresidenz zu schaffen. Ekelhaft. Schnell weg da!!

Nach Süden. Der Stormrider empfiehlt, vor allem zum freicampen was inzwischen Hauptaugenmerk ist da es dunkel wird, ein kleines touristisches Fischerdorf namens „Porto Covo“ wo man angeblich gut stehen kann. Dort angekommen erweißt sich dies als richtig, gut 20 Camper stehen zwischen Ort und Felsküste. Kochen und Schlafen. Morgen mal schauen ob man hier auch einen Surf wagen kann. Gute Nacht.

 

118 (3.11.2015) N120! Surfen war nicht, von daher hab ich das einzig richtige gemacht. Weiterfahren. Den halben Tag erneut, zwei kleine Stopps bei „Odeceixe“ und „Carriagem“. N120. Traumhaft! Das ich das mal über eine Straße sagen würde… Jeder der hier unten im Süden noch nicht war hat etwas verpasst! Und alle die schon mal hier waren wissen wovon ich spreche und werden wiederkommen. Die Landschaft ist der Wahnsinn! Hügel und Wälder wohin das Auge reicht, unterbrochen nur durch landwirtschaftliche Nutzfläche und kleine Orte mit schönen weißen Häusern und roten Dächern. Dazu die Küste die sich hier verklüftet mit mal größeren, mal kleineren Strandabschnitten präsentiert. Einfach schön! Ich habe mich schlussendlich für den (oder die/das/der?) „Praia do Amado“ entschieden, Blick aufs Meer wo sich zum Abend hin traumhafte Wellen aufbauen. Entspannte 10 Surfer auf dem Wasser lassen das Herz höher schlagen. Wenn ich jetzt noch mein Brett parat hätte… muss aber noch repariert werden (mal wieder). Bis dahin, chillen und immer der Nase nach. Vielleicht gehe ich morgen einfach mal mit meinem ollen NSP raus, hat in Peniche ja auch ganz gut geklappt. Wenn nicht werde ich weiter die Gegend erkunden, dank Paolo, Marie und Chris (danke danke!!!) habe ich ja noch einige Herzchen, Pfeile und sonstige Hinweise auf meinen zahlreichen Karten.

 

119-1 (4.11.2015) Regen. Planänderung. Eigentlich erstaunlich dass die meisten Menschen Regen mit etwas Negativem verbinden. Dabei ist Regen eigentlich sehr schön. Gerade jetzt, in diesem Moment. Nicht zwangsläufig wenn es tagelang am Stück Bindfäden regnet und man gerne mal wieder draußen an der Sonne wäre. Aber sonst… wenn die Tropfen gleichmäßig auf das Wagendach prasseln, die hügelige Landschaft im Nebel des Regens verschwimmt und man sich sehr gemütlich im Bett eingerichtet hat, den Klängen der Musik lauscht und ein paar Seiten in einem Buch liest. Perfekt! So in Etwa sieht heute mein bisheriger Tagesverlauf aus, da es nunmehr seit 6 Stunden mehr oder weniger pausenlos vor sich hin regnet, mal mehr mal weniger. Da bleibe ich doch gerne in meinem Häuslein und genieße das Nichtstun. Rumfahren kann man ja auch noch morgen und die Wellen sind gerade auch nicht das Gelbe vom Ei. Was soll‘s.

 

119-2 (4.11.2015) Sonne. Irgendwie war sie dann plötzlich da. Aus dem grauen Regenwetter ist innerhalb von 15 Minuten blauer Himmel und Sonnenschein bei angenehmen 25 Grad geworden. Wie geil ist das denn bitte?! Also raus aus‘m Auto, gemütlich in der Sonne brutzeln, das Board weiter reparieren und zu guter Letzt noch eine gemütliche Nachmittags-Sonnenuntergangssurfeinheit eingelegt. Angenehme 1.50 bis 2.00 Meterwellen, überschaubare 8 Surfer auf’m Wasser und ein paar nette Wellen bekommen, sogar mit dem NSP. Danke Welt!

 

119-3 (4.11.2015) Sterne. 14Grad etwa. Es ist irgendwie acht Uhr. Circa. Es ist dunkel. Dunkler als dort wo man sonst so ist. Keine größeren Städte erhellen den Himmel während die Sonne gerade Pause hat. Einzig aus den Campervans die hier noch rumstehen dringt etwas Licht. Ich höre das Rauschen des Ozeans, die immer wiederkehrenden Geräusche der Wellen die sich im Bestreben das Ufer zu erreichen überschlagen als hätten sie es, nachdem sie die lange Strecke auf dem Ozean zurückgelegt haben, nun plötzlich eilig. Im Buschwerk um uns herum lassen Grillen (oder Zikaden…?) ihre Meinung zur aktuellen Situation vorlaut hören. Vermutlich gefällt ihnen der sternenklare Himmel der die beruhigende Szenerie irgendwie perfekt abrundet. Gute Nacht Welt.

 

Ich liebe dich.

 

120 (5.11.2015) Durchwachsen. Irgendwie hat sich mein Schlafrhythmus in den letzten Tagen wieder rapide verändert. Nachdem ich in den letzten Wochen immer um 8 Uhr oder früher aufgestanden bin schlafe ich nunmehr eher bis 10Uhr und bin auch dann noch todmüde. Was soll‘s. Heute war wieder so ein Tag. Um kurz vor 10 hab ich mich aus‘m Bett gequält nur um dann mit Schrecken festzustellen dass die Wellen der HAMMER sind. Da wäre 8 Uhr irgendwie auch ganz gut gekommen. Egal. Rein ins Wasser, etwas weniger Wellenhöhe als gestern, nur ist das Meer heute spiegelglatt weil der Wind komplett abgeflaut hat. Besser geht es kaum! Nach erfrischenden zwei Stunden auf dem Wasser gibt dann erstmal gemütlich Frühstück und der Tag nimmt so seinen Lauf.

Durchwachsen war heute irgendwie das Wetter, was nicht so recht weiß was es will. Zwar regnet es heute nicht, dafür schiebt sich Wolke um Wolke gelangweilt am Himmel entlang bei allerdings angenehmen 21 Grad. Kein Grund zum Nörgeln also 😉 Morgen werde ich mich wohl oder übel mal wieder ein paar Meter mit dem Auto bewegen müssen, da mir die Vorräte ausgehen. Sachen gibt’s. Vielleicht ist das dann die Chance sich die umliegenden Spots einmal genauer anzuschauen, da soll es ja durchaus noch die eine oder andere surfbare Welle geben.

Etwas Verpflegung gab es dann am frühen Abend noch vom lokalen Obst- und Gemüsehändler, der so freundlich ist hier die Spots abzufahren, sodass der gemeine Wildcamper sein Auto eben nicht von der Stelle bewegen muss. Resultat: Ein leckerer Salat mit lokalen Zutaten . Mahlzeit.

 

121 (6.11.2015) Der frühe Vogel. Eigentlich kann der mich mal. Schon mal drüber nachgedacht? Ich mein, der späte Wurm will ja auch noch gefressen werden und vermutlich ist er ob der Tatsache dass er ausschlafen konnte wesentlich schmackhafter als der frühe Wurm, der sich gestresst aus‘m Bett gequält hat. Wie dem auch sei, ich bin heute fast pünktlich mit dem Sonnenaufgang um kurz vor acht aufgestanden, Banane als Frühstück-to-go und dann rauf aufs Wasser für drei Stunden. Der Swell baut zwar auch heute dtl. ab, vernünftige Wellen gibt es aber immer noch zu Hauf, einzig der Paddeleinsatz ist etwas höher als in den letzten zwei Tagen. Der Einsatz der Sonne im übrigen auch, von 7:30Uhr morgens bis 17:40 Abends Sonne und blauer Himmel bei sommerlichen 25 Grad. Ziemlich geil! Mein desolates Board hat unterdessen seine letzte Schicht verabreicht bekommen, d.h. nach einem finalen Schliff am morgigen Tage wird es wieder Einsatzbereit sein.

So wirklich rumgekommen bin ich heute dann irgendwie doch nicht, nur vom Auto zum Strand und zu Klippe ab und an. Dann gibt’s heut Abend eben nur Pasta mit Pesto. Passt doch.

 

122 (7.11.2015) Sommer!! 30 Grad, in Worten DREISSIG! Ganz schön sommerlich heute! Was macht man bei so viel Sonne und Wärme? Vor allem die Welt Welt sein lassen und sich auf die faule Haut legen. Das frühe Aufstehen um 7:30 Uhr hat sich surftechnisch zwar nicht gelohnt da die Wellen heute einfach für’n Poppes waren, aber dafür hat man dann wenigstens viel vom Tageslicht und dem durchgehend blauen Himmel. Gemütlich frühstücken, das Board weiter verarzten, ein paar Seiten im Buch lesen und sich ein neues beim Nachbarn ertauschen.

Das Auto bewegen, da war ja auch was. Essen, Wasser und so Späße. Dem folgend hab ich den Motor mal angeschmissen und bin ein wenig durch die Walachei gedüst. Weniger einem Ziel als meiner Nase folgend habe ich mich dabei im Hinterland der Algarve erstmal komplett verfahren, da ich mal ein wenig Offroaderlebnis schnuppern wollte. Nachdem ich dann gute 40 Minuten weder Autos noch Häuser sichten konnte, hab ich mich alternativlos an der Sonne orientiert und konnte nach einer gefühlten Ewigkeit dann wieder Zivilisation sichten. Das nächste Schild verriet mir dann den Weg zum Praia do Zavial wo ich mich mal umgeschaut habe, traumhaft! Und auch die Gegend dort kann in jedem Fall einiges (weitere Erkundungstouren werden wohl oder übel folgen müssen). Meinem eigentlichen Ziel, dem Einkauf folgend bin ich dann wieder Richtung Norden nach Vila do Bispo gefahren wo es dankenswerterweise einen Lidl gibt (da gibt’s „vernünftiges“ dunkles Brot im Gegensatz zu allen anderen Läden die ich hier kenne) wo ich mich hoffentlich für die nächsten Tage ausreichend eingedeckt habe.

Sonst so? Ein kleiner Abstecher nach „Carrapateira“ was praktischerweise direkt bei Amado liegt (wo ich heute wieder penne) um das dortige Gemeindehaus aufzusuchen (vielen lieben Dank für diesen tollen Tipp A&M!) wo sich die Dorfgemeinschaft (eher die ältere Generation) zum gemeinsamen Essen, plaudern und Sitcoms-schauen trifft. Leckeren Galao, Wifi (Forecast- und Weltcheck) und Essen (hab aber noch nichts ausprobiert) gibt’s außerdem. Sehr sympathisch!

Zu guter Letzt ging’s zurück nach Amado wo ich mich dann wider besseren Wissen doch noch für eine Stunde auf’s Wasser gewagt hab. Scheiss Wellen, scheiss Paddelei. Naja, wenigstens sportlich betätigt, zwei halbwegs annehmbare Wellen bekommen und gut unterhalten.

Achja…Libellen! Die überaus warmen Temperaturen haben diese graziösen Lebewesen anscheinend dazu bewogen sich noch einmal zu erheben (oder zu schlüpfen), was Vormittags anfing endete Final dem Verlaufe der Temperatur folgend in einem Massenflug dieser Tiere, die zu tausenden umherflogen, tolles Schauspiel!

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