Logbucheintrag 124-135

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Über Secretspots die keine sind, Mückenplagen, geile Surftage und das Leben … viel Spass mit dem neuen Logbucheintrag.

124 (9.11.2015) Surfen, Surfen, Surfen! Alltäglich aber immer wieder spaßig, zu mindestens meistens. Manchmal auch nur anstrengend. Aber irgendwie nie frustrierend auch wenn eine Session sich fast nur auf’s Paddeln beschränkt. So wie eben zum Tagesabschluss am aktuellen Homespot Amado. Zusammenfassen würde ich die 90minütige Einheit als gute Konditionseinheit da ich zwar ein paar interessante Wellen bekommen habe, zumeist aber damit beschäftigt war rechts-links oder rein-raus zu paddeln ob der eher unbeständigen Wellen… man muss halt nur am richtigen Fleck sitzen wenn die Welle kommt. Naja, war eher selten der Fall. Geschenkt! Dafür hatte ich heute Vormittag bei „“ ein paar richtig gute Ritte! Wenn man sich Mühe gibt gabs auch ein paar Barrelmöglichkeiten, bei dem Versuch hab ich mich aber nur flach gelegt 😉 …

Sonst so? Gestern 30 Grad, heute 32 Grad. So langsam gewöhnt man sich wieder an die sommerlichen Temperaturen. Es darf und wird so bleiben. Wer also noch nichts vor hat in den nächsten Wochen darf ich einen Blick in den Flugkalender eurer Fluggesellschaft des Vertrauens empfehlen. Nach Faro scheint es den einen oder anderen bezahlbaren Flug zu geben. Es lohnt sich! Vor allem auch mit Blick auf den Forecast in nächster Zeit, dürfte was Nettes reinkommen im Laufe der Woche. Zusätzlich wenig bis kein Wind, was will man mehr?!

127 (12.11.2015) Endlos. Ich bin gerade (wieder) an einem Punkt angekommen wo die Tage irgendwie so dahinrauschen ist mir eben aufgefallen. Das ist nichts Negatives falls sich das so anhört sondern wenn man darüber nachdenkt irgendwie sehr positiv. Zeit spielt eine so untergeordnete Rolle dass ich vermutlich schon längst vergessen hätte welchen Tag oder Monat wir haben würde ich nicht ab und an im Internet rumhängen um zu schauen was es Neues in der großen weiten Welt gibt. Wobei man sich das wenn man mal ehrlich ist eigentlich besser sparen würde.

Ich denke es sind die Menschen, die Gegend… oder einfach der Moment der das ausmacht. Es ist irgendwo nicht einfach schön hier zu sein sondern fühlt sich richtig an. Nicht so gefangen im Gesellschaftsstrudel. Wo man schauen muss wo man hintritt, wo man seinen Krempel wegschließen muss weil man ihn sonst los ist. Ich bin mir nicht sicher ob das Beispiel ein gutes ist, aber wo kann man sein Auto offen, unabgeschlossen lassen, die Fenster offen lassen und einfach eine Stunde am Strand spazieren gehen mit dem Wissen das später noch alles da ist…? Manche mögen das leichtsinnig nennen. Traurig.

Ich habe unlängst eine kleine surfpause einlegen müssen, bzw. mein Körper war offensichtlich der Meinung dass das man nötig wäre. Grund war eine banale Magenverstimmung die mich immerhin zwei Tage lang geplagt hat. Was macht man da? Lesen. Zum Beispiel. Und rumfahren. Anderes Beispiel. Ich bin natürlich weiterhin in Südportugal unterwegs, meine maximale Reiseausdehnung beträgt momentan etwa 20 km. Nachdem ich vorgestern im Süden unterwegs war, wo ich unter anderem einen der schönsten Flecken (zu mindestens was das bisher gesehene anbelangt) Südportugals gefunden habe (Ponto Ruiva. Einen herzlichsten Dank an meine Kartenspezis Marie und Paolo und an die fleißigen Mitmenschen die alle Schilder entfernt haben auf denen dieser Ort mal ausgeschildert war. So bleibt wenigstens die Masse an Touris fern) bin ich heute in Richtung Norden gefahren wo ich mich bei und um Arrifana umgeschaut habe.

Das nächste angepeilte Ziel lag etwas weiter südlich, auf der Karte vielversprechend da ohne Straßen eingezeichnet. Der Weg dorthin war auch etwas abenteuerliche, aber nachdem ich mich 3mal verfahren hatte und ob der Holperpisten mehrmals um mein Auto fürchtete war meine Hoffnung doch groß dass am Meer angekommen ein kleines beschauliches naturnahes Fleckchen auf mich wartet. Voll daneben. Etwa 200 Meter vor Landende beginnt feinste Asphaltstraße wie ich sie hier unten lange nicht gesehen habe. Ordentlich angelegte Parkplätze, Poller und Straßenschilder weisen einem den Weg zum verlassenen Strand. WTF? Da muss man sich fragen was zur Hölle das geben soll wenn es mal erwachsen ist. So stark fregmentiert dürfte dieses Flecken Erde selbst in der Hochsaison nicht sein, dass es Sinn macht einen solchen Parkplatz dort hinzusetzen. Riecht stark nach Steuergeldverschwendung. Naja, jedenfalls nicht so mein Ding. Wenn Natur dann doch bitte richtig, oder eben gar nicht.

Etwas nördlich von Arrifana wo sich heute riesen Wellen auftürmten, gabs für mich im beschaulichen Örtchen „Monte Clérigo“ einen kleinen Zwischenstop zwecks relaxing und dem Konsum eines Galaos. Sehr nett weshalb ich nicht sonderlich gewillt war noch viel weiter zu fahren, weshalb ich höchst erfreut bin nun nur wenige Kilometer weiter ein schönes Plätzchen auf einer Klippe mit Blick auf den Strand gefunden habe. Gute Nacht Welt.

131 (16.11.2015) Secretspots die keine sind. Fernab der Zivilisation. Glaubt man manchmal zu mindestens. Nach zwei entspannten Tagen zwischen der Klippe und Monte Clerigo (Bar „O Zé“), viel lesen und entspannen und vor allem Nichtstun habe ich Samstag den Tipp eines einheimischen Fischers aufgegriffen auf der Suche nach Wellen doch mal südlich von Arrifana durchs Gelände zu heizen. Gesagt getan, eine Ecke hatte ich unlängst a schon abgegrast und trotz einstündiger Strapaze der Stoßdämpfer konnte ich nirgends auch nur einen Hauch einer Bucht entdecken bis auf dem Rückweg ein weißer VW wenige hundert Meter vor mir durch die Walachei schoss. Wer es so eilig hat kann eigentlich nur auf dem Weg zur Welle sein. Also einfach mal drangehangen und siehe da, 4 km weiter eröffnet sich dem geneigten Panoramaliebhaber ein atemberaubender Blick. Bei der Abfahrt wurde mir dann zwar angst und bange ob der Tatsache dass ich hier auch irgendwie wieder weg muss aber wieso Probleme angehen wenn man sie nicht auch noch nach hinten schieben kann.

Tatsache ist jedenfalls dass ich inzwischen seit drei Tagen an diesem schönen Ort verweile. Abgelegen, zwei Häuschen im Hinterland, ansonsten nur Natur. In der Masse traumhafte Wellen! Bei Lowtide eine unfassbar schnelle und steile Linke (bisher nicht gesurft) und bei Hightide eine wunderschöne Rechte mit verschiedenen Abschnitten. Sensationell!

Aber wie das so ist in der heutigen Zeit, Surfer gibt es inzwischen wie Sand am Meer weshalb selbst die Secretspots eben nicht mehr wirklich secret sind. Allerdings sind speziell hier überwiegend Portugiesen auf dem Wasser (maximal 20 Surfer), durchreisende Touristen finden dieses tolle Fleckchen Erde eher selten, bedingt durch demontierte Beschilderung und grenzwertige Anfahrtswege. Gut so!

Einziges nervtötendes Individuum hier ist, um auch mal wieder ein wenig rumzunörgeln, die gemeine Stechmücke die einem hier, vor allem während der Dämmerung, das Blut aus dem Körper saugt das es nicht mehr feierlich ist. Millionenfach! Aber was solls, wenns sonst läuft, dann läufts.

133 (18.11.2015) Herbstbeginn. Irgendwie… nicht der Herbst den man aus dem verregneten Deutschland kennt sondern lediglich einen Temperaturabfall um wenige Grad Celsius. Tagsüber kommen wir hier momentan auf 17-25 Grad, dadurch das der Himmel aber permanent blau ist und wir damit durch die Sonne beschienen werden, ist es gefühlt sehr viel wärmer. Nachts ist das logischerweise eher selten der Fall, eine warme Decke ist inzwischen mehr als angesagt, da sich das Thermometer im einstelligen Bereich bewegt. Das Aufstehen an den letzten beiden Tagen ging da um 7:30 Uhr schon in Richtung Quälerei ob der kühlen Brise draußen. Der Sprung ins kühle Nass war da am gestrigen Tage eine tolle Idee, das Wasser deutlich wärmer als die Außentemperatur und einige Wellen hab ich auch bekommen können.

Die Abendsession konnte das dann allerdings noch einmal deutlich toppen, bei besten Bedingungen waren wir zwei Stunden im Wasser. Hammer Wellen bekommen, ganz großes Kino! Schade dass man dann als es dunkel wurde wieder raus musste, die Mücken erwarten einen…

Ansonsten heißt es hier irgendwo im Nirgendwo vor allem entspannen, entspannen, entspannen. Ein paar ausgedehnte Erkundungstouren entlang der Küste (zu Fuß), ein bisschen lesen und den einen oder anderen Steinturm in die Höhe ziehen. Rekordverdächtig.

Heute sieht es (kurz vor 11) mal wieder nach einem vollen Tag an meinem aktuellen Lieblingsspot aus. Gestern waren „nur“ angenehme 10 Surfer auf dem Wasser, heute stehen schon jetzt allein 10 Autos hier rum, es dürfte also voll werden was aktuell relativ wenig Sinn macht da die Wellen im Vergleich zu den letzten Tagen eher durchschnittlich sind…naja, mal sehen was sich daraus noch entwickelt.

Es hat sich nichts entwickelt… die Wellen waren auf gut Deutsch scheisse, weshalb niemand im Wasser war sondern sich alle zum Sit-In oberhalb der Wasserkante getroffen haben. Auch entspannt. Erst Abends sind wir nochmal ins kühle Nass um uns ein paar gute Wellen zu schnappen.

135 (20.11.2015) Es fröstelt. Und da sind wir wieder beim Wetter, dem man wenn man auf Reisen ist eben permanent ausgesetzt ist, vor allem in einem unisuliertem Auto. Abends haben wir das Problem mit einem Feuer gelöst, was die tollen letzten Tage perfekt abgerundet hat, aber morgens (gestern 7:20 Uhr, heute 6:50 Uhr Aufstehzeit) braucht man schon eine sehr große Überwindung um bei maximal 6 Grad (2 km weiter im Landesinneren war es heute Morgen 1.5 Grad) den Weg aus dem warmen Bett, zunächst in die kalten Klamotten und nach draußen und danach in den teilnassen Wetsuit zu bewältigen! Spätestens der Gang in das vergleichsweise warme Wasser (16-18 Grad) das einem morgens wie eine warme Badewanne vorkommt, macht den Morgen dann aber wieder genießbar, vor allem wenn man nach einer zweistündigen Surfsession mit den tollen kennengelernten Menschen geschafft aus Wasser kommt. Einige sehr gute Runs gehabt, auch wenn die Wellen nicht mehr allererste Sahne waren.

Standorttechnisch habe ich mich in der letzten Woche bis auf einen kurzen Einkaufsausflug nicht fortbewegt, dieser Ort ist einfach zu magisch! Einer der letzten wirklich abgelegenen Spots, auch wenn hier tagsüber relativ viel los ist auf dem Wasser, tolles Ambiente, schöne Landschaft und super Leute.

Wenn man Abends am Strand sitzt, bei Sonnenuntergang den letzten Surfern auf dem Wasser zuschaut, über Gott und die Welt quatscht und später am Feuer sitzt und nur das Rauschen des Meeres sowie das knacken des Holzes hört, am Himmel Millionen Sterne, der Mond und alle Nase lang eine Sternschnuppe… besser geht es kaum!

Alles Gute zum Geburtstag Schwesterchen!!

Eine Antwort zu „Logbucheintrag 124-135”.

  1. Avatar von Julius
    Julius

    Schieße mann das hört sich Mega gut an! Ich Check mal Ryanair…..

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