Logbucheintrag 189-217

Published by

on

Hallo zusammen, seit meinem letzten Beitrag ist wieder einige Zeit ins Land gegangen, daher nun hier endlich die letzten Wochen in Portugal und mein Restart in Spanien bzw. auf den Kanaren. Viel Spass mit den Berichten und Bildern.

189 (13.1.2016) Wetterwechsel. Ich habe meine ursprüngliche Idee Anfang des Jahres auf die Kanaren überzusetzen auf Eis gelegt, meine Tendenz geht aktuell zu Ende Januar wobei ich die Preisentwicklung weiter beobachten muss, aktuell liegt eine Fahrt bei 350-400€ was noch so grade im Budget wäre.

Die letzte Zeit war ich überwiegend in Baranco an der Südküste am „Hippiestrand“ wo man mehr als überall sonst hier das Leben in Komunenform kultivieren kann wenn daran denn Interesse besteht. Denn wie bei fast allem gilt auch hier das Motto „Alles kann, nichts muss“. Sehr angenehm. Nebenbei ist die Bucht noch eine der schönsten in dieser Region und an einigen Tagen ging auch auf dem Wasser mehr als nur ein schneller Surf. Ein paar Tage hatten wir traumhafte Bedingungen!

Nebenbei hat sich auch das Wetter zwischenzeitlich mal wieder in Richtung Sonne und blauem Himmel bei 15-20 Grad orientiert, da macht die Motivationskurve doch einen erheblichen Sprung nach oben. Nachdem ich euch in den letzten Monaten doch überwiegend über tolles Wetter etc. berichtet habe muss ich mit Rückblick auf die letzten 2-3 Wochen doch sagen dass es echt Shitwetter war! Kein Tag ohne Regen, auch schon mal gerne stundenlang. Da kann man beim Ausharren im Auto schon mal einen Kollaps bekommen. Die Temperaturen sind tagsüber zwar nie unter 14 Grad gesunken, sehr viel Spaß kommt dann aber doch eher nicht auf, vor allem wenn dann auf dem Wasser nicht mal was los ist.

Da zwischendurch ein Tapetenwechsel angesagt ist habe ich mich nun nach zwei unproduktiven Tagen in Vila do Bispo (Nachts unangenehm kalt da es im Landesinneren liegt) wieder an der Westküste ein wenig in nördlicher Richtung aufgemacht um ein wenig vom Swell mitzunehmen was am heutigen Tag am Praia do Amado von Erfolg gekrönt war, zudem geht die Wetterkurve wieder stetig bergauf. Da freut man sich richtig auf die nächsten Tage!

In Richtung Osten an der Südküste haben ein Ausflug in den letzten Tagen einige tolle neue Orte und Strände hervorgebracht, dort werde ich sicherlich in den nächsten Wochen noch einmal etwas intensiver vorstellig werden, im besten Fall natürlich wenn dort auch surftechnisch wieder etwas geht was aktuell nicht der Fall ist.

192 (16.1.2016) Perfect Conditions. Sagt man ja so oft… ich weile aktuell seit drei Tagen nun schon in und um Carrapateira. Zwei von drei Tagen waren bei Amado traumhafte Wellen bei besten Bedingungen, will heißen Sonne, blauer Himmel, Offshore und 1-2 Meter Swell. Besser geht es wohl kaum!

Mich hat das vor allem dazu motiviert ein paar Mal im Wasser aktiv zu werden mit teilweise durchschlagendem Erfolg. Ein kleiner Tube-ride war zu mindestens für einen Meter erfolgreich und auch sonst ging es gut zur Sache. Großartige Fails mit inbegriffen, aber das gehört ja mit dazu.

Einziges „Manko“ sind aktuell die Nächte wo man sich ordentlich einpacken muss weil es teilweise unter 10 Grad geht was schon mal frisch auf der Haut sein kann. Tagsüber übernimmt nun die Sonne wieder den Großteil der Arbeit sodass es sich bei bis zu 20 Grad gut aushalten lässt.

211 (04.02.2016) Summerlines. Mehr als ein halber Monat ist inzwischen wieder vergangen ohne das ich mich dazu motivieren konnte ein paar Zeilen auf’s Papier zu bringen wobei das vor allem damit zusammenhängt dass man halt doch irgendwie immer beschäftigt ist, besonders wenn man mit vielen Leuten unterwegs ist. Reisen ist eben doch ein Vollzeitjob.

Es ist so viel passiert, ohne dass ich mit großartig vom Fleck bewegt hätte, mein Fortbewegungsradius spielte sich zumeist innerhalb von 30-50 Kilometern ab, abwechselnd an der Südküste oder eben an der wilderen Westseite Portugals. Zusammen mit einigen tollen Menschen die ich kennen lernen durfte haben wir tolle Tage mit Surfen, sinnlosen Sprüchen klopfen oder anderweitig verbracht.

Besonders an der Südküste durfte ich dank den anderen einige neue schöne Plätze entdecken, und das alles bei bestem Sommerwetter. Der Wettergott scheint aktuell wieder sehr gut auf uns zu sprechen sein, Regentage sind seit 2 Wochen nicht mehr in Sicht, lediglich die eine oder andere Wolke lässt die Sonne ab und an etwas weniger stark scheinen. Uns geht es einfach viel zu gut!

Die Erkenntnis das Reisen niemals langweilig wird hat sich bei mir inzwischen sehr fest verankert, die Bedenken vor meiner Reise dass man dem Ganzen irgendwann überdrüssig wird habe ich inzwischen ganz weit unten in der Restekiste untergebracht. Es ist vielmehr so, dass man je mehr man unterwegs ist die schiere Größe und Vielfalt dieser Welt „zu spüren bekommt“ sodass man immer mehr sehen möchte. Und niemals alles gesehen haben wird, nicht mal wenn man so wie ich „nur“ eine Europareise an der Atlantikküste macht.

Zum heutigen Abschluss möchte ich euch noch etwas ganz wichtiges auf den Weg geben: Weniger ist nicht nur manchmal, sondern immer mehr. Konsum mag zwar glücklich machen, es gibt aber auch andere Wege. Leben auf ein Minimum reduziert macht für mich persönlich inzwischen wesentlich mehr Sinn auch oder gerade weil man auf einiges an Luxus verzichten muss. Oder darf. Dadurch lernt man die kleinen Dinge wieder viel mehr zu schätzen.

Für mich geht es am kommenden Samstag auf die Kanaren, d.h. ich kehre dem wunderschönen Portugal mit seinen tollen Orten und Menschen vorerst den Rücken um auf den Inseln noch einmal eine komplett andere Ecke Europas kennen zu lernen. Aber ich kann jetzt schon sagen dass ich früher oder später wieder in diese wundervolle Ecke zurückkehren werde!

217 (10.02.2015) Tenerife. Zwei Tage bin ich inzwischen auf Teneriffa. Nachdem ich Samstagmorgen um 9:30 Uhr beim Check-In in Huelva vorstellig geworden bin ging es um 11 aufs Schiff welches gegen 12:30 Uhr die „Segel setzte“. Die mehr oder weniger entspannte Nacht auf Sonntag verbrachte ich auf einem bootseigenen Sofa um den folgenden Sonntag fläzend und lesend auf dem Schiffchen zu verbringen, nachmittägliche Zwischenstopps auf Lanzarote und Gran Canaria brachten nur wenig Abwechslung weshalb ich Montagfrüh um 3:00 Uhr zwar müde aber voller Tatendrang den Bauch des Schiffes wieder verließ. Um dann doch noch eine vernünftige Mütze Schlaf zu bekommen habe ich mich wenig kreativ mitten in die Stadt (Santa Cruz de Tenerife) gestellt um innerhalb kürzester Zeit einzuschlafen.

Montagvormittag, so gegen 9:30 Uhr nach wenigen Stunden Schlaf ging es dann für mich weiter, erstmal zur Touristeninfo eine halbwegs passable Karte der Insel erstehen um dann in Richtung Nordwestküste zu fahren. Das Wetter meinte es zur Begrüßung sehr gut, angenehme 28 Grad bei Sonnenschein und etwas Wind, das riecht doch schon arg nach Sommer. Durchaus auszuhalten.

Meinen ersten ernsthaften Stopp, der sich bis zum heutigen Tage erstreckt, heißt Punta del Hidalgo. Ein kleines Örtchen mit den üblichen hässlichen Großhotels direkt am Wasser, aber auch vielen normalen schönen bunten Häuschen. In Wassernähe erstreckt sich eine Promenade mit Restaurants die zum größten Teil aber geschlossen bleiben. Südlich befinden sich ein kleiner Hafen und ein hier typischer Steinstrand wo sich die Wellen entlangschälen, wundervoll!! Mit Blick auf die Swellvorhersage die für die kommenden 7 Tage konstante 4-8ft. prognostiziert habe ich bisher auf’s Surfen verzichtet um mich zunächst mit den Gegebenheiten vertraut zu machen. Wenn ich alleine unterwegs bin ist ein wenig Vorsicht meistens ein guter Ratgeber, man will ja nicht auf irgendeinem Felsen enden. (Update vom 11.2.16: Ich war heute morgen das erste mal auf Teneriffa auf dem Wasser. Ein einziges Wort reicht als Beschreibung: EPISCH! Gesurft bin ich an der ewigen Rechten. Ein Traum! Wasser angenehme 19 Grad, Luft 22 Grad. Wellen perfekt, Anfangs nur mit zwei Leuten draußen, später etwas voller (15), alles in allem sehr geil!!)

Landschaftlich hat mich Teneriffa bisher komplett aus den Socken gehoben, vielleicht waren meine Vorstellungen etwas von den farblosen Nachbarn Lanzarote und Fuerteventura vernebelt, Teneriffa ist im Gegensatz dazu sehr grün und abwechslungsreich. Neben den großen Städten von denen ich bisher nur Santa Cruz de Tenerife bei meiner Ankunft gesehen habe besticht die Insel durch hohe Berge und dementsprechend tollen kurvenreichen Straßen die man sich abwechselnd hoch oder runter quält. Sensationelle Ausblicke inclusive. Wunderbar!

Am gestrigen Dienstag habe ich bereits eine kleine Autofahrt (mein Spritverbrauch wird sich vermutlich im Vergleich zu den letzten Monaten rapide vergrößern) in Richtung Süden unternommen, neben viel Fahrerei gab es einige Surfer bei 3-4 Meterwellen zu bewundern und das übliche Schauspiel des brandenden Meeres.

Sehr gut gefallen mir die in fast jedem Ort zu findenden „naturnahen“ Schwimmbäder, will heißen dass sich praktisch im Atlantik ein Schwimmbecken befindet mit Abgrenzung zum offenen Meer, bei Wellengang bzw. Flut schwappen die Wellen jedoch hinein. Eine gute Möglichkeit auch bei großen Wellen einen Sprung ins Nass zu wagen.

Hinterlasse einen Kommentar