Logbucheintrag 258-264

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Buenas Dias, da ich momentan relativ viel auf’s Papier bringe im Folgenden zwar nur ein paar weitere Tage damits nicht zu viel wird… viel Spass damit.

258 (22.03.2016) Lonesome Town. Ich bin geneigt zu behaupten dass die Zeit die ich auf Teneriffa verbringen darf zu den aktivsten und abwechslungsreichsten des gesamten bisherigen Trips gehört. Nachdem Katri uns berufsbedingt am gestrigen Morgen ohne eine weitere Surfsession verlassen musste, haben wir Übrigen als Gegenmaßnahme zur allgemeinen Verdickung der Gesellschaft unser persönliches und vielfältiges Sport- und Freizeitaktivitätenfeld erweitert. Nach dem wie oben angedeutet obligatorischen Check der Wellen am frühen Morgen und der Erkenntnis dass die allgemeine Dekadenz in Bezug auf die Wellenqualität durchaus zunimmt wenn man fast täglich surft und Wellen vor der Tür hat, haben wir uns gegen einen Gang zum Atlantik entschieden. Zu unserer Verteidigung sei allerdings die tatsächlich bescheidene Qualität der Wellen in den Ring zu werfen. Man muss eben doch nicht bei allen Bedingungen ins kalte Nass springen. Alternativ gab‘s zum morgendlichen Warm-up eine schöne Laufeinheit mit Tine, um dann zum späten Vormittag hin mit Sam und Martin einen lokale secret Bouldertrack zunächst zu suchen und dann zu „bebouldern“. Sensationell anstrengend aber für alle Beteiligten sehr unterhaltsam und vor allem mit Muskelkaterpotential für die folgenden Tage.

Um den tollen Wochenstart abzurunden gab‘s nach leckerem Kaffee, frischen Organgensaft und Schwarzwälderkirschtorte abendlich das übliche gemeinsame Gelage, auf der Speisekarte stand diesmal hausgemachtes Schlammhuhn (viele Grüße nach Deutschland an Tine’s Schwester, danke an euch beide für’s Erfinden dieser Köstlichkeit). Hört sich erstmal komisch an, schmeckt und riecht aber sensationell! Da lob ich mir unsere beste Frau in der Küche, Tine, die sich (fast) allabendlich um unsere Gaumenfreuden kümmert. Vollkommen überfressen und die Lyrics von „Lonesome Town“ im Ohr ging es dann zur Abwechslung mal zu einer humanen Uhrzeit zu Bette.

„Next day, next challenge“ würden nun sicherlich einige mir nicht unbekannte Personen behaupten. Ich würde mich in dieser Hinsicht dann doch weniger vom sportlichen Aspekt als vielmehr von der Möglichkeit einer weiteren möglichen Aktivität auf Teneriffa leiten lassen, aber da tickt ja jeder ein wenig anders. Worum geht’s? Manchmal weiß ich das beim Schreiben selbst nicht so genau, diesmal dreht es sich allerdings sehr konkret um eine kleinere Besteigung der örtlichen Hügelchen (Notiz für alle Personen denen Ironie nicht zusagt: Ich untertreibe an dieser Stelle bewusst) im Nordwesten der Insel. Der geneigte Karten bzw. google-maps Fan möge an dieser Stelle „Cruz del Carmen“ in seine Tastatur kloppen.

Startpunkt war für uns vier (Tine, Sam, die Hündin Cora & ich) um 10:10 Uhr, bei zum Wandern ausgesprochen angenehmen Temperaturen, am nördlichen Ende des Ortes Punta del Hidalgo. Über enge und teilweise durchaus steile und anspruchsvolle Wanderwege schlängelt sich die Route entlang Kakteenwäldern, Höhlen, Grabwespenkolonien (We all die in Leichenhausen) und einigen sensationellen Aussichtspunkten in Richtung „Chinamado“. Immer im Blick hat man dabei das endlos blaue Meer auf der einen Seite, die steilen, zerklüfteten grün bewaldeten Berge auf der anderen Seiten. Oben (wobei es noch höher geht theoretisch) erwarten einen die für Teneriffa typischen Höhlenhäuser und viele kleine terrassenförmig angelegte und teilweise bestellte Felder. Unser Ausflug endete im Örtchen „Las Carboneras“ wo die „Bar Valentin“ uns den Aufenthalt mit leckerem Kaffee und Cookies versüßte, bevor wir nach Absprache mit Tines widerspenstigem Arm den schweißtreibenden Rückweg antraten. Mit zunehmender Talnähe lockerte sich zudem die Wolkendecke zunehmend auf, sodass uns wie so oft in letzter Zeit die Sonne aus’m Arsch scheint. Es gibt doch durchaus schlechtere Fleckchen auf unserer Erde wo man seine Zeit totschlagen kann.

261 (25.03.2016) Time to say goodbye. Man soll ja bekanntlich aufhören wenn’s am schönsten ist, aber irgendwie ist dieses Sprichwort so sinnbringend wie ein Faultier auf Speed. Niemand kann dir ja sagen ob es nicht noch länger schön geblieben wäre oder sogar noch schöner werden würde. Wie dem auch sei, das Kapitel „Be happy with Diagestives„ ist nun vorerst beendet weil Sam ‘nen Abgang gemacht hat. Angeblich um zu studieren, aber seien wir mal ehrlich…studieren?? Vollkommen überbewertet, und wenn nicht das Studium an sich dann doch in jedem Fall die Anwesenheit in vorösterlichen Vorlesungen. That’s life.

Wir hatten jedenfalls zwei sehr schöne letzte Tage. Mittwoch bestand nach Blick auf die nicht vorhandenen Wellen und den wolkenverhangenen Himmel schnell ein allgemeiner Konsens darüber, dass man lieber mit Sonne und damit besserem Wetter abchillen könnte. Neben der Möglichkeit in den Süden zu fahren gab es noch die zweite Option über das „Cruz del Carmen“ an die Nordküste zu fahren um dort den Tag zu verbringen. Dieser zweifelsohne grandiose Plan (oder lieber eine Idee 😉 ) ging leider schlussendlich nur in Teilen auf, weil das Wetter auch dort oben durchaus aus durchschnittlich zu bezeichnen war. Wolken und viel Wind bei Temperaturen um die 15 Grad. Ein kleiner Spaziergang kann da schon mal Abhilfe schaffen, und vor allem der wohl beste Kaffee der Insel und eine sensationell gute Gitarren und Gesangsvorstellung einer einheimischen Seniora machten diesen kleinen Ausflug für alle Beteiligten zu etwas sehr Besonderem.

Der allgemeine Körper- und Fitnesszustand ließ bei uns allen nach den durchaus anstrengenden Tagen etwas zu wünschen übrig, sodass Tine’s und meine Idee am späten Nachmittag noch einmal in Richtung Wasser zu schielen im Nachhinein als in den Tendenz bescheuerte Idee bezeichnet werden darf, zumal die Wellen richtig bescheiden waren. Zu surfen gabs diesmal die Welle „El Paso“. Wobei das Wort surfen an diesem Tage irgendwie fehl am Platze war, wir bekamen zwar Wellen allerdings weniger gute als vielmehr viel Schrott. Zusätzlich zu dem kurzen Surfvergnügen durften wir uns dann nach jeder Welle gefühlt 30 Minuten abarbeiten um zurück in’s LineUp zu kommen. Unspaßig aber gut für die Paddelpower.

Zu guter Letzt muss sich jeder, der uns beim rauskraxeln beobachtet hat den Arsch abgelacht haben. Durch die Lowtide kamen wir nicht umhin durch ein metertiefes Algenfeld und über glitschige Steine zu waten was nicht immer sehr elegant aussah, zumal sich Tine im Zuge ihrer täglichen Competition sich irgendwie weh zu tun dem einzig existierenden Seeigel ein paar seiner wertvollen Stachel entwendete um sie gut verpackt in ihren Zehen mit nach Hause zu schleppen. Shit happens.

Gestern gab es dann vor allem eins. Relaxen! Nach ausgiebigem und langem Schlaf bis 9 Uhr morgens und einem reichhaltigen Frühstück waren Martin und Sam an ihrem letzten Tag immerhin so aktiv sich nach „La Laguna“ zu bewegen und dort im Laufe des Tages das eine oder andere zu schnabulieren, Tine und meine Wenigkeit konnten uns am frühen Nachmittag immerhin zu einer kleinen Fahrt ins Örtchen aufraffen um einen Kaffee zu trinken bevor sie den Bus nach Puerto de la Cruz nahm, wo sie die kommende Woche bei Katri zu Besuch ist. Dieser Aktion zugrunde liegt ein kleiner Besuch einer von Martin befreundeten schwedischen Familie die die Wohnung hier in Beschlag genommen hat.

Heute ging’s endlich wieder sinnvoll sportlich zur Sache. Mit Martin aus Schweden und meinem Fahrvergnügen-bro Martin gings zur morgendlichen Session raus nach „El Callado“ wo uns mit drei weiteren Surfern zwar kleine, dafür aber feine Wellen erwarteten.

264 (28.03.2016) Puerto de la Cruz. Der angekündigte Swell ist da. Und zwar nicht zu knapp. Was am Samstag noch lustiges Plantschen im Wasser war (drei Sessions, super gut!!) entwickelte sich in der Nacht auf Sonntag zu  feinen 2-3 Meter großen Wellen. Voll motiviert nach einem morgendlichen Kaffee  gings zusammen mit Katri, Tine und Tia bei Lobos in’s Wasser während die Herren Martin und Martin Callado bevorzugten. Im Nachhinein wohl die bessere Wahl denn Lobos Linke war doch sehr anspruchsvoll in Bezug auf die Möglichkeit vernünftig Wellen zu catchen. Dennoch, für mich in jedem Fall erfolgreich nach ein paar langen Runs, der weibliche Anteil unserer exclusiven Surfercrew war am Ende zwar entkräftet, aber wenig ob der vielen bekommenen Wellen sondern dank des kräftezehrenden Paddeltrainings.

Während der Swell im Laufe des Tages langsam aber sicher an Stärke gewann nutzen wir den sonnigen Tag nach einem ausgiebigen Frühstück zu einem schönen Schläfchen auf dem sonnigen Dachbalkon.

Nachmittags ging’s dann für alle Chicas noch einmal bei Callado in’s komplett überfüllte Line-Up um dort den Locals ein paar der extrem geilen Wellen wegzucatchen. Von außen war das Schauspiel durchaus zu genießen dank vieler sehr guter Surfer, allerdings verirrten sich auch wieder einige hirntote deutsche Touris aufs Wasser, was durchaus dank nicht vorhandener Surfskills eben dieser Personen ein paarmal echt gefährlich wurde, bevor die Locals diesem Gebaren ein Ende setzten indem sie sie höchst freundlich aus dem Wasser baten.

Nach vollendeter Surfsession und einem Bad in der Sonne ließen wir den Tag in Katri’s Appartment mit einem überaus edlen Dinner ausklingen. Living the Dream.

Heute ist Arbeitstag. Morgendlich ging es noch im Dunklen raus zum Spotcheck was aber nichts einbrachte, da die Wellen aktuell einfach zu groß sind. Die vermutlich einzige Möglichkeit aufs Wasser zu kommen wäre im Süden, was aber ob der geplanten Arbeiterei nicht auf dem Speiseplan stand. Man muss ja nicht jeden Tag surfen. Ein ausgiebiges Frühstück inklusive „food-Art made by Tine“ und dem anschließenden Gang ins Café ist durchaus eine lohnenswerte Alternative!

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