Logbucheintrag 032-039

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[Hällefors (nördlicher See), 24.6.2023] Ich genieße hier und da meine Zeit alleine. Ganz ohne Frage. Aber über kurz oder lang ist ein Beisammensein mit neuen Leuten oder Freunden doch etwas was ich brauche ist mir in den letzten Wochen aufgefallen. Umso schöner das Tim, Leo und ich es in diesem Jahr geschafft haben uns im Norden zu sehen. Tim, ehemals Klassenkamerad in unserer Schreinerausbildungsklasse, und Leo, Tims Freundin welche ich zu meiner Freude kennen lernen durfte. Die beiden sind in diesem Sommer mit Bus und Kanu auf großer Schweden-Norwegen-Tour. Wobei Norwegen doch das Hauptziel ist.

Um mehr als nur einen Tag mit den beiden zu verbringen fahre ich zunächst doch nicht nach Mora, sondern gen Süden nach Hällefors, eigentlich mit der Idee danach weiter nach Südnorwegen zu eiern. Den Plan habe ich inzwischen aber zerschlagen, zu groß inzwischen die räumliche Distanz dorthin. Deshalb folge ich dem Ruf des Nordens und den beiden Aachenern.

Wir treffen uns am 24.6. zur besten Tee-Zeit und genießen den Nachmittag und Abend bei Bier und Wein und einem vorzüglichen Essen am See. Am kommenden Tag geht es dann erstmals mit dem Kanu auf Tour, absolut traumhaft!! Die Natur und landschaftliche Vielfalt aus dieser Perspektive zu betrachten ist etwas ganz besonderes!

[Badplats Brintbodarna, 26.06.2023] Am nächsten Tag geht es dann wieder nach Norden (nachdem besagte Planänderung vollzogen wurde), der geneigte Leser meines kleinen Blogs wird feststellen dass die Stelle bereits bekannt ist, war ich dort doch erst vor 4 Tagen. Der Grund ist einfach dass es hier schön ist! Bei bestem Wetter genießen wir den Tag am Strand und lassen die Seele baumeln, auch wenn es meine beiden Mitreisenden schon etwas in den Fingern juckt, es soll ja schließlich schnell nach Norwegen gehen, desshalb…

[Mora – Älvros (nördl. am Fluss), 27.06.2023] …geht es am kommenden Morgen nach dem Frühstück und einem wohltuenden Bad im See weiter. Erster Stopp ist Mora, ihres Zeichens Touristenhochburg des mittleren Schwedens. Habe ich mir sagen lassen. Auffallend ist vor allem dass der ganze Ort eine einzige Baustelle ist, augenscheinlich wurde das Straßenkonzept grundlegend über den Haufen geworfen um mit einer modernen Aufmachung in Zukunft zu punkten. Wir lassen den Ort unbeeindruckt links liegen und fahren nach Nusnäs wo die berühmten schwedischen Dalapferde produziert werden. Dort kann man sich im laufenden Betrieb (kleine aber feine Schreinerwerkstatt) anschauen wie diese hergestellt werden und natürlich Tourimäßig allen möglichen Plunder erwerben. Ich kann mich gerade so zurückhalten.

Weiter nach Norden, Ziel ist ungefähr Idre, der letzte ernst zu nehmende Ort vor der Grenze nach Norwegen. Ganz so weit kommen wir aber nicht, zu attraktiv wirken einige Stellplätze entlang des Flusses der nach Idre führt. Dort hat die Gemeinde aus Naturschutzgründen ausgewählte natürlich angelegte Plätze geschaffen wo man für 6€/Nacht übernachten kann. Neben zahlreichen Mücken und Knotts begegnet Tim dem einen oder anderen Fisch. Ansonsten bleibt es ruhig. Weder Bären, noch Rentiere oder Elche.

[Idre – Isteren (Norway), 28.06.2023] Ruhig wird es für mich dann am kommenden Vormittag wieder. Die beiden machen sich leider auf nach Trondheim, verständlich wenn man nur 5 Wochen Zeit hat. Für mich war es in jedem Fall eine besondere Freunde mit euch beiden ein paar Tage unterwegs sein zu können!!

Ich entschließe mich neben einem kurzen Einkauf keine großen Schritte mehr zu machen, auch angesichts des zu erwartenden Wetters. So begebe ich mich etwas südlich von Idre an den dortigen See und lasse mich von der Sonne bescheinen. Die soll sich in den nächsten Tagen angeblich rar machen und nur noch vereinzelt auftreten.

So kommt es dann auch, der nächste Morgen ist wolkenverhangen und regnerisch, genau der richtige Zeitpunkt um ein wenig unterwegs zu sein. Ich folge der E70 Nordwestlich, die Berge vor mir. Zumindest das wenige was man heute von ihnen zu Gesicht bekommt. Stranden tue ich schlussendlich wenige Kilometer hinter der Grenze am Isteren (See), an einer wunderschönen Stelle die vorzugsweise zum Boote-zu-Wasser-lassen genutzt wird, und eben von Campern wie mir.

Beeindruckend ist hier der Ausblick auf die Hügel und Berge. Nach den einigen Wochen in Schweden, was wunderschön ist, habe ich mich augenscheinlich ein wenig satt gesehen an der schwedischen Landschaft und sauge die neuen Eindrücke voller Freude auf!

[Strømbu, 30.06.2023] 6:30Uhr. Es fängt an zu regnen, und zwar so richtig. Laut prasselnde Tropfen verhindern ein weiteres Schlafen. So döse ich noch bis halb 9 vor mich hin bevor es ans Aufstehen geht. Frühstück, Toilette und weiter gehts. Hier wird heute so oder so nicht mehr passieren. Nach ein paar Stopps an unfassbar beeindruckenden Orten bleibe ich schließlich in Strømbu „hängen“. Hier handelt es sich zwar nur um die örtliche unfassbar moderne Touristikinformationsstelle nebst Parkplatz, dafür überzeugt die nahe Umgebung mit einem unglaublich kalten Gebirgsfluss, weiten Wäldern und Bergen die teilweise noch von Schnee bedeckt sind (zumindest die Teile die man heute zu Gesicht bekommt dank der Wolkendecke). Nachdem es während der Fahrt schon langsam weniger wurde mit dem Regen ist der Nachmittag zwar wolkenverhangen, dafür aber Regenfrei. Zeit für eine kleinere Wanderung im Naturschutzgebiet, gute 9km mache ich am Ende voll, inklusive überragender Ausblicke, aber auch ziemlich penetranter Mückenschwärme die sich nur dank „Mygga“ (danke danke an den Tipp liebe Leo und lieber Tim!!) nicht über mich her machen.

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