[Amotan gorge (Svoufallet) 29.07.2023] Lazy Friday. Frühstück um 13:30Uhr. Kann man mal machen an einem Freitag. Aufgestanden bin ich aber doch früher, um mich am Vormittag aus dem Innerdal zu verabschieden, erneut Sunndalsora zu passieren und in der Folge der Driva Flussaufwärts zu folgen durch ein in großen Teilen kultiviertes Tal welches zu beiden Seiten von steil aufragenden Berghängen gesäumt wird von denen sich an vielen Stellen teilweise spektakuläre Wasserfälle ergießen. Zwischenstopps natürlich inklusive. Ein richtiges Ziel habe ich nicht vor Augen, lediglich eine grobe Idee. Ich möchte in das südlich gelegene Tal welches dank weniger schlecht ausgebauter Straßen und keinerlei nennenswerten Ortschaften Natur-Pur verspricht. Es ist Teil vom Amotan-Grovudalen, einem Teil des Nationalparks Trollheimen in dem ich mich nach wie vor befinde.
Meine Route führt mich an der kleinen Ortschaft Gjora vorbei tief in norwegisches Eingeweide. Über einspurige Serpentinenstraßen geht es mehrere hundert Höhenmeter bergauf was meinem Bus ein leises Ächzen entlockt und im Nachgang eine unangenehme Duftnote. Wer schön stehen will muss auch ein wenig leiden.
Ankommen tue ich schließlich oberhalb der letzten Bauernhöfe am Beginn des hoch gelegenen Tales. Drei Meter neben mir erklingt das dauerhafte Rauschen des vom höher gelegenen Storvatnet gespeisten Bergflusses, Natur kann offensichtlich auch laut sein. Etwas weiter unterhalb entdecke ich eine etwas tiefere von der Strömung abgeschnittene Mulde in der es sich herausragend baden lässt. Kalt. Aber geil.
Nach besagtem Frühstück entschließe ich mich nicht wie ursprünglich gedacht den Tag mit Nichtstuen ausklingen zu lassen sondern bemühe meinen Drahtesel für einen Ausflug in das Tal hinein.
Nach moderater aber stetiger Steigung auf den ersten 3 Kilometern der die Pumpe ans laufen bringt geht es auf eine Schotterpiste. Die Höhenmeter lassen sich ab hier an verschmerzen da sie sich auf ein Minimum beschränken. Durch lichte Birkenwälder, vorbei an weitläufig verteilten Sommerhäusern geht es tiefer in das Tal hinein. Angekommen am Storovatnet erwartet mich (mal wieder) ein absoluter Highlightort. Wobei ehrlicherweise hier fast alles seit Wochen Highlights sind. Direkt am Seeablauf schmiegt sich auf einer kleinen Erhöhung das DNT Vangshaugen. Hier kann man es sich als Gast/Gästin kulinarisch erfrischen, Zimmer mieten oder sein Zelt aufschlagen. Nebenbei bietet der See und die Flüsse herausragende Möglichkeiten auf Bachforellenjagd zu gehen. Zu Fuß oder mit einem Kanu. Absolut traumhaft!
Wer noch weiter möchte kann der Schotterpiste weiter folgen (für KFZs ab hier kostenpflichtig), mich verschlägt es noch ein paar Kilometer weiter bis zum alten Jagdschloss Alfheim welches sich am anderen Ende des Sees befindet. Weiter ginge es wohl auch noch, die Piste verläuft noch weitere 5 Kilometer in das Tal hinein bevor es nur noch zu Fuß weiter gehen kann.
Mit Blick in den Himmel ist für mich aber bei Alfheim Schluss, nur in T-Shirt und Shorts bin ich mäßig gerüstet für den Regenguss der sich durch schwarze Wolken ankündigt.
Am Ende werden die letzten 2 Kilometer dann sehr nass und entsprechend frisch. Da lässt sich das anschließende Bad im Gebirgsbach fast warm an.



















































[Amotan gorge (Svoufallet) 29.07.2023] Tag zwei im Tal der Träume. Heute steht die Wasserfallparade auf dem Programm. Dem Internet zufolge soll sich weiter unterhalb im Tal eine Flussszusammenkunft befinden, will heißen, hier finden sich drei Flüsse zusammen, und dies in Form von Wasserfällen. So ist das hoch gelegene Takl in dem ich mich befinde nicht das einzige in der Region. Durch die letztze Eiszeit haben sich hier offenbar im Laufe der Jahrtausende durch verschiedene Gesteinsschichten große Höhenunterschiede entwickelt die nun eben zu besagten Wasserfällen geführt haben.
Für mich bedeutet das vor allem eins, eine Kraxelei ohne Ende. Die Höhenmeter die ich am Vortag noch gemütlich im Auto bewältigen konnte dürfen heute zu Fuß bewältigt werden. Natürlich nicht über die Straße sondern vom Bauerhof steil abfallend bis komplett hinab ins Tal wo der erste von Wasserfall zu einer ersten kleinen Rast einlädt bevor es die gesamte gerade erst abgestiegene Strecke wieder hinauf geht. Durch angenehm kühle, allerdings auch durch die Regenfälle der letzten Tage teilweise sehr glatte, Wälder geht es steil bergauf bis zu den Almwiesen mit großen Schafsherden des hiesigen Bauerngehöftes am Anfang des nächsten Tales welches komplett vom Menschen unberührt ist.
In etwa gleicher Höhe wie mein Ausgangspunkt geht es querfeldein, immer wieder ergeben sich tolle Aussichten über die Täler hinweg in die weiten der Berglandschaft. Im nächsten Tal geht es zunächst oberhalb des Wasserfalls über eine schöne Holzbrücke mit angrenzendem wasserbetriebenen Mühlenhaus bevor es durch erstaunlich sandige Kiefernwälder langsam wieder bergab geht bis zum Aussichtspunkt von wo man den zweiten Wasserfall in seiner ganzen Pracht betrachten kann.
Weiter, immer weiter geht es abwärts, vorbei am Touristenparkplatz für diejenigen die weniger ambitioniert sind als ich. Unterhalb des nächsten etewas größeren Bauernhofes liegt nun der dritte Wasserfall zur linken, leider lässt sich nur ein Blick aus relativ großer Entfernung erhaschen da er sich in einem von steilen Felswänden gesäumten Teil des Tals befindet der nicht begehbar ist.
Am Grund des Tals und damit am Punkt des Zusammenflusses der drei Gebirgsbäche angekommen blicke ich wieder auf den Wasserfall vom Beginn. Der welcher sich aus dem Fluss speist neben welchem ich letzte Nacht geschlafen habe. Unglücklicherweise 280 Höhenmeter oberhalb (1km to go). Ein klasse Finish nach am Ende 11.5 anstrengenden aber mehr als lohnenswerten Kilometern Wanderung.
Im Anschluss empfängt mich besagter Gebirgsbach dann dankenswerterweise in seinem kühlen Gewand. Richtig und wichtig nach so einer Tour. Gemütlich lasse ich nun diesen fantastischen Tag ausklingen.
Kleine Anekdote am Rande: Ich war heute wie meistens nur mit meiner Kamera bewaffnet unterwegs, Wasser findet sich hier unterwegs immer und mehr braucht man für solch zeitlich überschaubare Touren (heute 4h11min) nicht. Blaubeeren, Himbeeren und wilde Erdbeeren sorgen dazu für die nötige Nahrung. Mir fiel nach 9km auf, dass ich die Abdeckkappe meines Objektives verloren hatte. Gedanklich hatte ich mich schon damit arrangiert mich um eine neue kümmern zu müssen und war etwa 800 Meter vor meinem Auto auf den frisch gemähten Almwiesen in Gedanken bei möglichen Kauforten, bevor ich sie dort liegen sah. Unversehrt, als ob sie nur eine kleine Pause brauchte. Meine vermisste Abdeckkappe. Geil. Hier dürfte nun noch ein sich freuendes Smiley folgen, oder ein grinsendes Konterfei meiner Person, denn genau das habe ich da gemacht. Gegrinst, wie jeden Tag hier oben.
Life is great. – „Enjoy le nature“ (Tara O. am 30.07.2023)























































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