[Ursdalen (Vefsnfjorden), 18-19.08.2023] „Mal wieder ein Fjord“ sagen die einen, „Wow, wie schön“ sagen die anderen. Ich bin bei zweiterem. Diesmal bin ich im Vefsnfjorden bei Ursdalen mit an zwei Tagen leicht verändertem Standort. Vor allem bin ich angeltechnisch unterwegs, allerdings wie schon zuletzt nicht erfolgreich obgleich sich ein Fischreichtum zeigt welchen ich bisher in dieser Form noch nicht zu Gesicht bekommen habe. Am Ufer in den Seegraswiesen tummeln sich die kleinen Jungfische, davor im glasklaren Wasser schwimmen Köhlerschwärme (vermutlich) auf und ab und zum Abend hin wühlen riesige Makrelenschwärme das Wasser regelrecht auf und ziehen links wie rechts ihre Bahnen. Allerdings allesamt ohne von meinen Angelaktivitäten auch nur den Hauch von Aufmerksamkeit zu schenken. Ebenjene wird im Laufe des Tages von meiner Seite aus mehrmals in den Fjord gelenkt wo Wale ihre Runden drehen und einige Delphinschulen unterwegs sind. Ein unglaublich tolles Erlebnis und Schauspiel!!
















[Svartisdal, 20.08.2023] Am nächsten Tag geht es dann wieder mal ins Landesinnere in das Svartisdal. Ursprünglich hatte ich angedacht dort eine Wanderung zum hiesigen Gletscher zu bewältigen nebst Bootsfahrt über einen kristalklaren See. Leider lässt das Wetter (Regen und tief hängende Wolken) meine Pläne platzen sodass ich mit Blick auf den Wetterforecast der kommenden Tage am Folgetag unverrichteter Dinge wieder abreise.





[Saltstraumen (Gangvatnet & Coop), 21-22.08.2023] Gewusst wie. Wie üblich ohne viel Plan bin ich morgens gestartet um am Ende am sogenannten Saltstraumen zu stranden. Auf den ersten Blick erhebt sich eine schön geschwungene Brücke über den „Eingang“ zum Fjord, und wie schon an einigen Stellen gesehen ergibt sich durch die Gezeitenströmung ein sehenswerter Strudel der sich sekündlich verändert, verschiebt und mal kleiner und mal größer wird. Wie ich Abends nach einer kleinen Recherche feststelle (mir waren die Touristenhorden ins Auge gefallen was so weit im Norden tendenziell eher eine Seltenheit ist) ist dies der stärkste Gezeitenstrom der Welt. Hier fließen im Laufe der 6 Stunden (so lange geht eine Gezeitenphase, dh. die Zeitspanne zwischen voller Ebbe und voller Flut) 400 Millionen Kubikmeter Wasser mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40kmh durch die relativ flache Meerenge. Was an sich schon ein echter Hingucker ist, ist für viele Fischarten ein Paradies (Nährstoffreiches Wasser wird tagein, tagaus geliefert) was natürlich auch die AnglerInnen anzieht. Meine Wenigkeit kann nach vielen erfolglosen Tagen endlich wieder massenweise Essbares an Land ziehen. Nach nur 25Minuten und etwa 20 gecatchten Fischen (3 davon entnommen) beende ich am ersten Tag meine Einheit und beschränke mich danach auf das Beobachten des regen Treibens. Immer wieder sind zahlreiche Fische zu beobachten die beim Jagen die Wasseroberfläche durchbrechen und am zweiten Tag meiner Anwesenheit sind auch wieder einige Delphine unterwegs.


















[Lakshol (Wanderparkplatz am Fluss), 23-25.08.2023] Planänderung. Ursprünglich hatte ich angedacht von Bodo die Fähre an die Südspitze der Lofoten zu nehmen und dann dort vom Süden in den Norden zu fahren. Aufgrund der Kosten (ca 175€ einfache Fahrt) und dem Potential welches auf dem herkömmlichen Landweg noch vorhanden sein dürfte entschließe ich mich schlussendlich gegen die Fährfahrt welche ich dann auf dem Rückweg wahr nehmen werde. In Bodo machen ich dennoch einen kurzen Zwischenstopp um meine zur Neige gegangenen Gasvorräte wieder aufzufüllen.
Danach geht es nordwärts, den Rago Nationalpark im Blick. Zunächst finde ich einen Platz am Ende der einzigen Straße in die Nähe des Parks bei Lakshol (später campiere ich etwas unterhalb am Fluss) wo ich am ersten Tag aufgrund meiner späten Ankunft und des durchwachsenen Wetters nur eine kleine 6km Wanderung unternehme welche mich durch ein wunderschönes naturbelassenes Tal mit einem unrealistisch türkis schimmernden Fluss führt.
Der kommende Tag (24.08.) steht dann ganz im Zeichen der Entspannung. Wie schon vorher prognostiziert regnet es ¾ des Tages was die geplante Wanderung in den Nationalpark wenig attraktiv macht. Mein Alternativprogramm besteht aus kleineren Spaziergängen in der Umgebung und dem Lesen meines Buches.
Die Entscheidung die Tour um einen Tag auf den sonnigen Freitag zu verschieben ist am Ende ein Goldgriff. Auf den anspruchsvollen knapp 24km bei 2400 Höhenmetern fällt mir ein ums andere Mal die Kinnlade herunter. Norwegen zeigt sich von seiner besten Seite. Natur pur. Unglaublich beeindruckende Aussichten, Bergseen mit Wasserfällen, grüne Täler mit naturbelassenen Flüssen die sich umherschlängeln und natürlich tolle Berglandschaften wohin das Auge blickt. Ein absolutes Highlight auf meiner Reise!















































































































[Gasskatjähkkä (Wanderparkplatz), 26-27.08.2023] Die Berge haben mich gepackt. Nach der tollen Erfahrung im Rago Nationalpark dürstet es mich nach weiteren Herausforderungen und Erlebnissen in der Wildnis. Beim notwendig gewordenen Einkauf werde ich auf einige ausliegende Infoblätter der lokalen Kommune aufmerksam. Dort werden einige der möglichen Wanderoptionen der Region angepriesen, ua. auch eine sehr anspruchsvolle Wanderung auf den Gasskatjähkkä (1512m). In Zahlen: ca 17km bei 3100 Höhenmetern (bei mir sind Höhenmeter im übrigen hoch und runter).
Nachdem ich den 26.08. mit einkaufen, Recherche, dem fangen von drei Makrelen (welche traumhaft geschmeckt haben) und der 15:30Uhr Bundesligakonferenz vertrödelt habe, komme ich nach einer 16km Schotterpistenfahrt im Hochgebirge an. Erstaunlich viele Tagestouristen sind unterwegs (100% Norweger), was im Nachgang wohl am Wochenende lag. Am heutigen Sonntag bin ich der einzig verbliebene. Die Wanderung habe ich dementsprechend nicht mehr am Samstagnachmittag/-abend gemacht, sondern bin am heutigen Sonntag nach einem ausgiebigem Frühstück um 9Uhr los gewandert.
Die Route, welche interessanterweise in keiner mir bekannten App (hätte mir sowieso wenig gebracht weil hier 0,0 Netz ist) hinterlegt ist, ist auch keine Wanderroute im eigentlichen Sinn. Es gibt keinerlei Beschilderung oder Wegmarkierungen, der anfängliche ausgelaufene Pfad löst sich nach den ersten Kilometern in Wohlgefallen auf sodass es im weitesten Sinne freischnauze immer der Nase nach geht. Orientierung gibt mir die sehr spartanisch zu findenden Steinhaufen früherer Wanderer und das Infoblatt welches ich glücklicherweise mitgenommen hatte. Hier ist auf einer Karte neben der Route wichtige Landmarken wie Bergseen, Gletscher und Höhenmeter aufgeführt. An diesen kann ich mich in den meisten Fällen grob orientieren sodass es mir am Ende ohne größere Umwege gelingt den Gipfel zu erklimmen. Mit noch leicht nachwirkendem Muskelkater von der Wanderung vor zwei Tagen komme ich insgesamt (auch mit Hinblick auf mein Knie) in die Nähe meiner körperlichen Grenze.
Dafür entschädigt nicht nur die Aussicht auf dem Gipfel, sondern auch zahlreiche Ausblicke unterwegs. Außerdem macht die Wanderung über glattgeschliffene Bergkuppen, durch Geröllfelder und über einen der zahlreichen Gletscher aus dieser Tour eine ganz besondere!
Als Belohnung für Körper und Geist geht es im Anschluss natürlich in den nahegelegenen See zum schwimmen. Immer wieder ein besonderer Genuss.
































































Hinterlasse einen Kommentar