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Der Entwurf meines Gesellenstückes ist der Versuch, die einfachen, schlichten Formen, die heute im Möbelbau üblich sind, mit klassischen Elementen des Schreinerhandwerkes zu verbinden und dabei den Vorgaben der Innung zu entsprechen, ohne die eigenen Vorstellungen aus dem Auge zu verlieren.
Zu Beginn der Ideenfindung stand zunächst die Konzentration auf die von der Handwerkskammer festgelegten Bedingungen, welche sich von zeitlichen Vorgaben über die Inhalte erstrecken.
Es ist essenziell mindestens einen klassisch geführten Schubkasten mit klassischer Zinkung (Schwalbenschwanzverbindung, Fingerzinken) einzuplanen, ebenso wie ein drehbares Element wie beispielsweise eine Tür. In Zusammenhang mit den restlichen Elementen des Gesellenstückes, die frei wählbar sind, darf die Ansichtsfläche eine Größe von 2m² nicht überschreiten. Außerdem sind wir zeitlich für die Fertigung auf 100 Stunden festgelegt.
Nachdem durch diese Vorgaben die Eigenschaften des Gesellenstückes schon stark eingeschränkt waren, rückten nun die konkreteren Überlegungen in den Vordergrund. Ich möchte ein Gesellenstück bauen, welches ich persönlich gebrauchen kann und welches dann den Räumlichkeiten entsprechend passen soll. Da ich mein Zimmer im Zuge einer Renovierung umgestaltet habe und der Neufindung nun vor allem noch ein meinem Alter entsprechender Schreibtisch fehlt, habe ich mich dazu entschieden, ebendiesen als mein Gesellenstück zu bauen.
Größe, Form und Material sind die Themen mit denen ich mich im Folgenden beschäftigt habe.
Bei der Größe, die Außenmaße betreffend, konnte ich den Räumlichkeiten und meiner Körpergröße entsprechend schnell die endgültigen Maße finden. Die Entscheidungsfindung bei Form und Material waren deutlich schwerer. Ich habe mich im Endeffekt bei der Form für den vorliegenden Entwurf entschieden, da er zur restlichen schlichten, einfach gehaltenen Einrichtung des Zielraumes passt, modern ausschaut und meinem persönlichen Geschmack von zahlreichen Entwürfen und Skizzen am nächsten kommt. Beim Material habe ich mich für die Kombination aus Kirsche und weiß lackiertem MDF entschieden, da ich einen Kontrast erwirken wollte und das Material zum restlichen Interieur passt.
Als letzten Punkt in der Ideenfindung habe ich mich mit der Oberflächenbehandlung befasst. Die Massivholzanteile in Kirsche werde ich dabei mit Hartwachsöl behandeln, da ich im Laufe meiner Ausbildungszeit gute Erfahrung mit dieser Oberflächenbehandlung gemacht habe und mir eine Massivholz geölte Oberfläche mehr zusagt als eine lackierte. Der angesprochene Kontrast wird dabei durch weiß lackierte MDF-Fronten erreicht.
Zusammenfassend habe ich bei meiner Ideenfindung am Ende ein für mich praktisch nutzbares Werkstück entworfen, welches den speziellen Gegebenheiten – was Form und Aussehen betrifft – an meinen Wohnraum angepasst ist und dabei gleichzeitig für mich wichtige Eigenschaften wie Modernität und Kontrastreichtum vereint. Weiterhin kann ich bei der Fertigung des Schreibtisches viele meiner mir während der Ausbildung angeeigneten Fähigkeiten einbringen und so ein hochwertiges Möbelstück präsentieren.
Der Schreibtisch wird die Außenmaße 1600 mm Breite sowie 740 mm Tiefe und Höhe haben. Tischplatte und Seiten sind dabei durchgehend aus 40 mm starkem Kirschbaum Massivholz gefertigt und mit Fingerzinken miteinander verbunden. Bei der Fertigung der dazu nötigen Platten werde ich auf Bohlenware zurückgreifen, welche zu regelmäßigen Riegeln aufgetrennt werden, um sie dann als stimmiges Bild zu verleimen.
Unter der Schreibtischplatte befinden sich rechts wie links Korpen (330x550x630, b*h*t[mm]) welche nach oben, unten und zur Seite jeweils 75 mm Luft haben und somit den Eindruck vermitteln in der Luft zu schweben. Weiss lackierte MDF-Fronten grenzen dabei die Korpen optisch weiter vom Schreibtischgrundgerüst ab und erschaffen gleichzeitig einen starken Kontrast zum dunklen Kirschbaumholz. Abgesetzt werden die Fronten zu den Korpen durch eine stark betonte Schattennut, die gleichzeitig als Griff genutzt werden soll. Im Bereich der Schubkästen sind zur Unterstützung mittig Griffmulden eingefräst, um ein problemloses Öffnen der Schubfächer zu gewährleisten.
Im Inneren der Korpen werden dann verschiedene Nutzungsmöglichkeiten verwirklicht. Auf der linken Seite befindet sich hinter der weißen MDF-Tür ein Zwischenboden, welcher so integriert ist, dass im unteren entstehenden Fach Ordner platziert werden können, das obere Fach hingegen kann für weiteres Büromaterial genutzt werden. Auf der rechten Seite befinden sich drei klassisch geführte, mit Schwalbenschwanzverbindungen versehene Schubkästen, wo weiteres Büromaterial verstaut werden kann.
Weiterhin sind beide Korpen in ihrer Tiefe durch eine senkrechte Zwischenwand unterteilt, da eine Tiefennutzfläche von 630 mm nicht sinnvoll wäre. Durch die eingenuteten Zwischenwände lassen sich die Korpen bei einer Platzierung des Schreibtisches im Raum, was ich so vorgesehen habe, von hinten als Buchablage nutzen, sodass kein Raum ungenutzt bleibt.
Beim Bau des Schreibtisches wird es eine lösbare Herausforderung sein, die gegebenen Schwierigkeiten durch konzentrierte Anwendung der von mir erlernten Fähigkeiten zu lösen und am Ende ein möglichst fehlerfreies, optisch ansprechendes und handwerklich gut gefertigtes Stück zu präsentieren.
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