„Kleines“ Gesellenstück

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Im Folgenden beschreibe und begründe ich meine Ideen, Umsetzungen und Probleme bezüglich der Planung und Umsetzung des kleinen Gesellenstückes.
Dieses wird von uns im Zuge der schulischen Vorbereitung auf die Gesellenprüfung geplant und angefertigt.

Grundsätzlich sind wir dabei frei in der Entscheidung über die Gestaltung und den Inhalt unseres Stückes, allerdings gibt es verschiedene Vorgaben und situationsbedingte Einschränkungen, welche von uns bei der Umsetzung berücksichtigt werden müssen:
Zunächst haben wir einen zeitlichen Rahmen von sieben Tagen gesteckt bekommen, wobei davon vier Tage auf den theoretischen Teil, d.h. das Planen, Zeichnen und Beschreiben fallen, und drei Tage für die praktische Umsetzung im Betrieb genutzt werden sollen.
Diese Vorgabe beeinflusst daher stark den Umfang und Inhalt des Stückes, da man dieses in gerade mal 24 Stunden (drei Arbeitstage à 8 Stunden) fertigen muss. Dabei ist die Oberflächenbehandlung allerdings nicht inbegriffen, da diese zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen kann/soll.
Weiterhin wird der Inhalt unseres Stückes dadurch beeinflusst, dass es die Vorgabe gibt, dass im Werkstück entweder ein drehbares Element (z.B. Türe oder Klappe) oder ein klassisch geführter Schubkasten vorhanden sein muss.
Diese Vorgaben sind ebenso wie das kleine Gesellenstück im Allgemeinen eine direkte Vorbereitung auf das spätere Gesellenstück, bei welchem ähnliche Vorgaben vorhanden sein werden.

Ich hab mich bei meiner Ideenfindung zunächst im Allgemeinen mit dem Fertigen von Entwürfen beschäftigt, sodass ich entgültig eine Reihe von Ideen vorliegen hatte. Diese habe ich in der finalen Findungsphase immer weiter auf Grundlage der erwünschten Inhalte, aber auch des vorgegebenen Zeitrahmens, dem nicht unerheblichen Kostenfaktor und dem praktischen Bezug aussortiert und habe mich schlussendlich für die Fertigung eines Sideboards entscheiden.
Dieses erfüllt inhaltlich die Vorgaben durch den Einbau von klassisch geführten Schubkästen. Vom Inhalt und Größe habe ich mich auf ein Maß beschränkt, welches die Fertigung in der vorgegebenen Zeit möglich macht. Den praktischen Bezug erhält mein Stück dadurch, dass ich dieses als Möbel für die Inneneinrichtung eines Raumes nutzen möchte, wodurch Form und Inhalt durch die gegebenen Umstände beeinflusst werden.

Bei meinem Möbel handelt es sich wie angesprochen um ein Sideboard. Dieses wird, den räumlichen Gegebenheiten entsprechend, eine Breite von 1.50Metern, eine Höhe von 40 Zemtimentern und eine Tiefe von 30 Zentimetern haben.
Es handelt sich dabei um einen in Brettbau angefertigten Korpus (d.h. Breitenverleimung von Massivholz Zuschnitten) mit zwei senkrechten Zwischenwänden und mittig plazierten Zwischenböden. Dadurch ergeben sich sechs nutzbare Fächer gleicher Größe. Bei den oberen drei Fächern habe ich mich dabei für eine offene Lösung entschieden, im unteren Bereich hingegen befinden sich drei auf Nutleisten geführte Schubkästen.
Für diese Einteilung habe ich mich zum einen aus optischen Gesichtspunkten entschieden, da das Möbel dadurch eine ansprechende Form erhält. Zum anderen ist die benötigte Stabilität ein wichtiges Kriterium, welches der Korpus durch die eingeplanten Zwischenwände erhält.
Weiterhin wird die Stabilität durch die von mir geplanten Verbindungen unterstützt. Der Korpus ist an seinen Ecken auf Gehrung verleimt und wird ebenso wie die Zwischenwände und -böden durch Formfedern unterstützt.
Das entstehende einheitliche und ansprechende Bild wird durch die Schubkästen, welche klassisch geführt sind und mit Schwalbenschwanzverbindungen versehen sind, vervollständigt.
Die Schwalbenschwanzzinkung wird dabei im hinteren Bereich durchgängig angefertigt, im Bereich des Schubkastendoppels werde ich eine halbverdeckte Zinkung anfertigen, da dies fachlich nötig ist: Das Schwundverhalten der Schubkastenseiten könnte ein „Herausdrücken“ der Schubkastenfronten bewirken.
Die Schubkästen sind einschlagend, d.h. sie stehen bündig zu den Koprpusvorderkanten, sodass eine gerade Fläche entsteht, welche durch die von mir favorisierten selber gefertigten Vollholzgriffe aus Kirschbaum durchbrochen wird.

Beim Material habe ich mich für eine kontrastreiche Version entschieden. So wird der gesamte Korpus nebst Zwischenböden, -wänden und Schubkästen aus dem Werkstoff Ahorn hergestellt, welcher ein sehr helles Holz ist. Im Kontrast dazu stehen die Schubkastenfronten, welche aus Kirschbaum, d.h. einem dunklen Holz gefertigt werden.
Zu dieser Auswahl bin ich zum einen aus optischer Sicht, aber auch aus Kostengründen und dem gewünschten Einbauplatz gekommen.
Weiter unterstützt wird der angesprochene Kontrast durch die Wahl der Oberflächenbehandlung (wobei diese nicht in der vorgegebenen Zeit mit ausgeführt wird). So wird der Ahornanteil mit weiß pigmentiertem Öl behandelt, um so einen hellen Farbton zu erhalten und ein zu erwartendes Abdunkeln nach einiger Zeit zu verhindern. Die Kirschbaumfronten werden „normal“ geölt, sodass sie noch an Farbe gewinnen.

Neben den konstruktiven und optischen Gesichtspunkten gibt es noch die Funktion des Möbels. Es wird mithilfe von Keilleisten an einer Wand plaziert und soll als Aufbewahrungsmöbel genutzt werden. Die offenen Fächer lassen dabei Platz für Gegenstände die für den Betrachter sichtbar sein sollen, in den Schubkästen hingegen können Dinge Platz finden, die der Besitzer nicht dem allgemeinen Blickfeld aussetzen möchte.

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